Britische Glücksspiel-Kommission verschärft den Online-Spielerschutz

Veröffentlicht am: 13. Mai 2020, 11:10 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Mai 2020, 11:21 Uhr.

Die britische Glücksspiel-Kommission UK Gambling Commission (UKGC) reagiert auf eine Studie, der zufolge das Online-Glücksspiel während des Lockdowns bei einem Teil der Spieler zugenommen habe. Aus diesem Grund verschärfte die UKGC am Dienstag die Bestimmungen für Onlineanbieter.

Schild UK Gambling Commission
Die Glücksspiel-Kommission setzt auf härtere Regeln (Bild: Gambling Commission)

Die in den letzten vier Wochen durchgeführte Studie förderte zwar zutage, dass das Glücksspiel insgesamt in Großbritannien zurückgegangen sei. Allerdings habe ein Teil der Spieler in den letzten Wochen begonnen, vermehrt Zeit und Geld ins Onlinespiel zu investieren.

Zunahme bei Online-Lotterien und -Poker

Demnach verzeichneten Online-Lotterien einen Anstieg um 12,8 %, wobei der Anteil der finanziell nicht auf Rosen gebetteten Arbeitslosen mit 26,2 % weit über dem Durchschnitt liege.

Nach Erkenntnissen der UKGC wachsen die Zahlen nicht nur bei Lotterien. So stieg die Nutzung von Online-Slots um 25 %, während Poker-Aktivitäten gar um 38 % zunahmen. Mit einem Plus von 40 % verzeichneten Wetten auf den virtuellen Sport den größten Anstieg, während klassische Sportwetten um 31 % einbrachen.

Besserer Schutz für gefährdete Zocker

Nach Willen der UKGC müssen Anbieter künftig sicherstellen, dass Spieler nicht innerhalb kurzer Zeit mehrfach Geld auf ihre Spielkonten überweisen, um damit zu zocken. Gleichzeitig müssen Betreiber jeden Spieler kontaktieren, der länger als eine Stunde mit einem bestimmten Spiel verbringt, da die Kommission dies als Zeichen für erhöhte Spielsuchtgefahr erkannt hat. Zudem sollen die Anbieter sicherstellen, dass als gefährdet eingestuften Kunden keine Bonusprogramme angezeigt werden.

Um dies zu erreichen, sollen die Unternehmen die technischen Voraussetzungen schaffen, um das Spielverhalten der Spieler präzise analysieren und bei Bedarf umgehend einschreiten zu können.

Die Bestimmungen könnten zudem angepasst werden, wenn die aktuelle Lage dies verlangen sollte. Dies betont auch Nigel Huddleston, der für das Glücksspiel zuständige Minister für Kultur, Sport und Digitales:

Wir werden die Situation weiter genau beobachten und nicht zögern, weitere Maßnahmen zu ergreifen, falls erforderlich.

Damit anfällige Spieler in Zeiten der beruflichen und finanziellen Unsicherheit besser geschützt werden, fordert die UKGC die schnellstmögliche Umsetzung der Maßnahmen.

Obwohl das Forderungspaket speziell für den Lockdown entwickelt wurde, machte die Kommission keine Angaben dazu, ob die Maßnahmen dauerhaft bestehen bleiben werden.