Bahnt sich bei der Spielbank Wiesbaden ein Bieterstreit an?
Posted on: 14/08/2025, 05:00h.
Last updated on: 13/08/2025, 09:38h.
- Die Zukunft der Spielbank Wiesbaden scheint derzeit ungewiss.
- Grund ist der Konflikt um das Vergabeverfahren zur auslaufenden Casino-Lizenz.
- Das bestehende Betreiberkonsortium hat klagewillige Konkurrenz erhalten.
Die Spielbank Wiesbaden zählt zu den traditionsreichsten und umsatzstärksten Spielstätten in Deutschland. Die Lizenz zum Casino-Betrieb läuft Ende dieses Jahres aus, doch das Vergabeverfahren stockt aufgrund einer Klage.

Bereits seit dem Jahr 1771 wird in der hessischen Landeshauptstadt Glücksspiel in Form von Roulette und Co. angeboten. Seitdem hatte das Casino zahllose Betreiber, zu denen sich ab kommendem Jahr ein neuer gesellen könnte.
Dies ist laut aktuellen Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung möglich, denn die Verlängerung der bestehenden Lizenz der Spielbank Wiesbaden GmbH & Co. KG scheint unsicher. Grund dafür sei die juristische Anfechtung des Verfahrens durch einen ungenannten Kläger.
Die Spielbank Wiesbaden GmbH & Co. KG hat seit dem Jahr 2009 die Leitung der Spielbank inne. Das Konsortium setzt sich zusammen aus dem Hamburger Kaufmann John Jahr und dem Münchner Catering-Unternehmen Kuffler. Relativ neu als Teilhaber hinzugekommen ist die Spielbanken Holding des österreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic, welche ein Drittel der Anteile an der Gesellschaft hält.
Laut FAZ sollen die bisherigen Betreiber großes Interesse an der ab 1. Januar 2026 geltenden Casino-Lizenz in Wiesbaden gezeigt haben. Kein Wunder, zählt das in der wohlhabenden Rhein-Main-Region angesiedelte Haus doch zu den umsatzstärksten Spielstätten des Landes.
Der Einstieg von Novomatic dürfte als deutliches Zeichen für den Willen zum Weiterbetrieb gelten. So leiten die Tochterfirmen des Konzerns europaweit eine Vielzahl an Spielbanken und -hallen.
Ähnlicher Konflikt wie in Niedersachsen?
Allerdings hatten Glücksspielunternehmen aus Österreich auf dem deutschen Markt zuletzt nur wenig Fortüne. Statt Novomatic war davon die Casinos Austria International betroffen.
Diese hatte über Jahre die zehn Spielbanken Niedersachsen betrieben. Nachdem die Behörden 2024 die Lizenzen an die Merkur Group vergeben hatten, entbrannte ein heftiges juristisches Gefecht um die Zulässigkeit dieser Entscheidung. Erst nach diversen Klagen einigten sich die Prozessgegner, sodass der Betrieb der Spielstätten am 1. Juli 2025 von Casinos Austria an die Merkur Group überging.
In dem von der Stadt angestrengten Verfahren formuliert die Verwaltung ihre Anforderungen an Art und Umfang des Spielbetriebs sowie ihre finanziellen Ansprüche. Diese dürften bei rund 7 Mio. Euro im Jahr liegen.
Trotz juristischer Beratung soll es laut FAZ Unstimmigkeiten an der Vergabe geben. Die Beschwerde des anonymen Gegners vor der Vergabekammer des Regierungspräsidiums Darmstadt soll zwar abgewiesen worden sein, jedoch könnte die unterlegene Partei vor dem Oberlandesgericht Frankfurt Klage einreichen.
Der zu erwartende Rechtsstreit könnte dafür sorgen, dass die Entscheidung über die Lizenzierung nicht in diesem Jahr fällt. Somit ist es gut möglich, dass vorerst nur eine vorläufige Lizenz erteilt wird und dass der endgültige Betreiber erst 2026 feststehen wird.
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