Bet­fred droht mit Schlie­ßung aller knapp 1.300 bri­tischen Wett­büros

Posted on: 21/10/2025, 04:36h. 

Last updated on: 20/10/2025, 03:42h.

  • Der britische Buchmacher Betfred droht mit der Schließung aller seiner Wettbüros.
  • Sollten Steuerpläne umgesetzt werden, stehen knapp 1.300 Shops vor dem Aus.
  • Auch andere Anbieter sorgen sich um die Rentabilität ihres Wettgeschäfts.

In britischen Städten könnten Besucher der Einkaufsstraßen bald von einer großen Anzahl verrammelter Geschäfte stehen. Die Entwicklung droht, falls die Regierung an ihren Steuerplänen für die Glücksspiel- und Wettbranche festhält. Für diesen Fall kündigte Anbieter Betfred die Schließung sämtlicher seiner britischen Wettbüros an.

Betfred-Wettbüro
Den Shops droht das Aus (Bild: Flick/Janet McKnight , CC BY 2.0)

Von dem drastischen Schritt wären 1.287 Wettbüros der Marke Betfred betroffen. Die unheilvolle Ankündigung mache Gründer Fred Done am Wochenende gegenüber dem britischen Sender BBC.

Der Selfmade-Milliardär bezeichnete die von der Finanzministerin geplanten Steuererhöhungen als die „größte Gefahr“ in der 57-jährigen Zeit seiner Aktivitäten im Glücksspielsektor. Für den Fall, dass es zu den höheren Abgaben kommt, warnt Done:

Wir müssten schließen. Ich spreche hier von Arbeitsplatzverlusten. Wir sprechen hier wahrscheinlich von 7.500.

Dabei sei noch nicht einmal die angekündigte Erhöhung ein Todesstoß für die Branche. Schon jetzt verlören knapp 25 % der Geschäfte Geld.

Weitere Wettbüro-Schließungen in Großbritannien

Betfred ist nicht der einzige britische Buchmacher, der das Aus vieler seiner Geschäfte erwägt. So wurde bekannt, dass William Hill-Eigner Evoke bis zu 200 Geschäfte dichtmachen könnte.

Einen Schritt weiter ist der Glücksspielkonzern Flutter Entertainment mit seiner Tochter Paddy Power. In der vergangenen Woche verkündete der Anbieter das Aus zahlreicher terrestrischer Wettbüros. Demnach sollen im Vereinigten Königreich 57 Shops ihre Türen für immer schließen.

In Nordirland fährt Merkur Casino UK eine entgegengesetzte Strategie. Die britische Tochter der deutschen Merkur Group kündigte Mitte Oktober die Ausweitung ihrer dortigen Geschäfte an. Dafür übernimmt sie 16 Standorte der Oasis Retail Services. Mit diesen Wettbüros ist Merkur Casino UK dann erstmals in der Region aktiv.

Mit 28 steht die Hälfte der vom Ende bedrohten Shops in Großbritannien. Weitere 28 Wettbüros in Irland und eines in Nordirland machen ebenfalls zu. Die angekündigten Maßnahmen betreffen damit annähernd ein Zehntel aller Ladengeschäfte von Paddy Power.

Damit könnten 247 Beschäftigte ihre Jobs verlieren, sollten sie nicht in anderen Paddy Power- Shops adäquate Alternativen finden. Sollte die Regierung an ihren Steuerplänen festhalten, könnte sich dieses Problem bald auch einer vierstelligen Anzahl von Menschen stellen, die derzeit noch bei Betfred in Lohn und Brot stehen.