Glücksspiel-Zahlungen mit Kreditkarte: Australische Bankenvereinigung befragt Bürger

Veröffentlicht am: 6. Dezember 2019, 01:08 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. Dezember 2019, 01:23 Uhr.

Die Australische Bankenvereinigung Australian Banking Association (ABA) hat in dieser Woche ein Konsultationspapier zum Thema Kreditkarten und Glücksspiel veröffentlicht. In dem Dokument werden australische Bürger dazu aufgefordert, ihre Meinung über die Kreditkartenzahlungen beim Online-Glücksspiel zu äußern.

Frau mit Kreditkarte am Computer
Australiens Bankenverband will wissen, wie das Zocken mit Kreditkarten die Gesellschaft beeinflusst. (Quelle: Pixabay)

Die Bankenvereinigung will mit der Umfrage in Erfahrung bringen, ob australische Verbraucher eine Einschränkung des Kreditkartengebrauchs bei Glücksspielzahlungen befürworten, und was die Banken unternehmen können, um die Transaktionen sicherer zu machen.

Laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Roy Morgan nahmen im Jahre 2018 insgesamt 47,9 % der volljährigen Australier an Glücksspielen teil. Australische Banken und Regulatoren haben in der Vergangenheit bereits eine Fülle von Maßnahmen ergriffen, um diese Personengruppe vor hohen finanziellen Verlusten durch Kreditkartenzahlungen zu schützen.

Bereits jetzt verbieten Zahlungsdienstleister wie Citibank, Bank of Queensland, Virgin Money und American Express in Australien die Glücksspieltransaktionen via Kreditkarte.

Diese Schritte hat Australien gegen Kreditkarten beim Glücksspiel unternommen:

  • Zwischen 2001 und 2003 verbieten alle australischen Territorien die Nutzung von Kreditkarten für Glücksspieltransaktionen in landbasierten Casinos und an Spielautomaten.
  • Kreditkarten dürfen nicht länger zum Wetten auf Pferde- und Hunderennbahnen genutzt werden. Es folgt ein Verbot von Kreditkartenzahlungen in Wettbüros.
  • Im Jahre 2018 verbietet Australiens Regierung den Online Casinos, ihren australischen Kunden Kredite zur Verfügung zu stellen.

Bankenverband will Spielerschutz stärken

Der Australische Bankenverband will mit seiner Umfrage einen Beitrag zum Spielerschutz leisten.

Zwar dürfen Zocker in Australien keine Kreditkartentransaktionen in landbasierten Casinos und Wettbüros durchführen, in Online Casinos und beim Kauf von Online-Lotterietickets ist der Einsatz von Kreditkarten aber nach wie vor gestattet.

Ein Umstand, der zu großen finanziellen Verlusten führen könne, so ABA-CEO Anna Bligh. In einem Pressestatement der Bankenvereinigung (Link auf Englisch) wurde die Verbandschefin am Donnerstag mit warnenden Worten zitiert:

„Für viele Australier ist Glücksspiel eine Form der Unterhaltung und Erholung, für einige kann es jedoch zu einem Problem werden, das für den Einzelnen und seine Familie verheerende Folgen haben kann. Als Branche prüfen wir derzeit eine Reihe von Optionen, um das Problem des Glücksspiels anzugehen. Wir suchen in der gesamten Gesellschaft nach Rückmeldungen zu einer Reihe wichtiger Fragen, die die Banken dabei unterstützen, weitere Reformen in diesem Bereich in Betracht zu ziehen.“

Die ABA stellt den australischen Verbrauchern deshalb 5 Fragen, deren Beantwortung dabei helfen soll, die Zukunft des Zahlungsverkehrs mit Kreditkarten zu regeln.

So werden die Bankkunden im Rahmen der Umfrage nicht nur darüber befragt, welche Gefahren sich ihrer Meinung nach mit der Nutzung von Kreditkarten beim Glücksspiel verbinden, sondern ob ein generelles Verbot des Kreditkartengebrauchs beim Glücksspiel befürwortet wird.

Ferner wird gefragt, welche Folgen ein solches Verbot für die Gesellschaft haben könnte und ob dem Verbot eine Übergangsperiode vorausgehen sollte. Interessenten haben nun bis zum 04. März 2020 Zeit, um ihre Antworten via Email bei der ABA einzureichen.

Glücksspiel-Anbieter macht Negativschlagzeilen

Nach der Einführung eines landesweiten Spielerausschlussregisters für Online-Zocker, könnte die Einschränkung von Kreditkartenzahlungen an Online-Glücksspielanbieter eine weiterer Herausforderung für die Glücksspiel-Branche Australiens sein.

Diese muss sich derzeit mit zahlreichen Negativschlagzeilen herumplagen. Wie das Nachrichtenportal ABC in dieser Woche berichtete, habe ein in Australien operierender Glücksspielkonzern die Nutzerkonten erfolgreicher Sportwetten-Nutzer gesperrt oder deren Einsatzlimits signifikant reduziert.

Laut einem Whistleblower, der 18 Monate bei dem Unternehmen gearbeitet habe, bezeichne die Firma seine siegreichen Nutzer sogar als „Problemkunden“.

Sollte eine weitreichende Restriktion von Kreditkartenzahlungen tatsächlich bevorstehen und das Vertrauen in die etablierten Online-Glücksspielanbieter weiter schrumpfen, werden zukünftig womöglich mehr Spieler zu unlizenzierten Online-Anbietern außerhalb Australiens wechseln.