Automaten­wirtschaft fordert zügige Wieder­eröffnung von Spielhallen

Veröffentlicht am: 21. April 2020, 02:36 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. April 2020, 04:02 Uhr.

Der Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW) setzt sich für eine zeitnahe Wiedereröffnung der im Zuge der Corona-Maßnahmen geschlossenen Spielhallen ein. In einem gestern veröffentlichten Statement präsentiert der Interessenverband kurzfristig in den Betrieben umsetzbare Lösungen zum Infektionsschutz und warnt vor Abwanderung der Spieler in den illegalen Online-Markt.

Spielautomaten Nahaufnahme
Geht es nach dem Branchenverband DAW kann in deutschen Spielhallen bald wieder gespielt werden (Quelle:pixabay.com/Kai Sender)

Keine Lockerungen für Spielhallen

Seit gestern dürfen kleinere Läden und bestimmte Geschäftszweige in Deutschland wieder Kunden empfangen. Gastronomie und Freizeitangebote wie Spielhallen und Wettbüros können von den Lockerungen der Corona-Maßnahmen bislang jedoch nicht profitieren. Genau hierfür macht sich nun jedoch der Dachverband der Spielhallenbetreiber in Deutschland stark.

Notwendig sei die baldige Öffnung der Spielhallen, um die Abwanderung der Spieler in illegale Angebote zu unterbinden, so der DAW in seinem an Politik und Behörden gerichteten Schreiben:

Die staatlich konzessionierten Spielhallen der Deutschen Automatenwirtschaft wirken (…) maßgeblich an der Erfüllung des im Glückspielstaatsvertrags formulierten Auftrages mit, den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen zu lenken und der Entwicklung und Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen in Schwarzmärkten entgegenzuwirken (Kanalisierungsauftrag).

In seinem Statement verweist der DAW zudem auf bereits existierende gesetzliche Vorgaben, die schon jetzt für das notwendige Social Distancing in Spielhallen führten. So sei beispielsweise geregelt, dass in Spielhallen nicht mehr als 12 Geräte aufgestellt werden dürften. Bei einer durchschnittlichen Fläche von 150 Quadratmetern pro Spielhalle sei der Mindestabstand somit als gegeben anzusehen.

Verstärkte Hygiene- und Abstandsmaßnahmen

Zusätzlich führt der Verband in seinem Statement eine Reihe von weiteren Vorsichtsmaßnahmen an, die von seinen Mitgliedern kurzfristig eingeführt werden könnten, um den Infektionsschutz bei Wiedereröffnung zu gewährleisten.

Statistiken zufolge machen Spielautomaten mit 52 % den Großteil des legalen Glücksspiels in Deutschland aus. Im Jahr 2018 habe es rund 245.000 sogenannte Unterhaltungsautomaten mit Geldgewinn gegeben. 2019 habe Unterhaltungsautomatenwirtschaft zusammengenommen einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro erzielt.

So schlägt der DAW unter anderem die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln für Kunden und eine Beschränkung der Gästezahl vor. Es sei vorstellbar, dass die Zahl der Besucher die der Spielgeräte nicht überschreite. Zudem könnten Trennwände und Barrieren oder Bodenmarkierungen zur Einhaltung des Mindestabstands beitragen. Auch  Einschränkungen des Service- sowie des Spielangebots könnten kurzfristig umgesetzt werden.

Ebenso wie andere Branchen treffen die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Spielhallenindustrie schwer. Inwieweit die schnelle Wiederherstellung von Glücksspielangeboten für Politik und Öffentlichkeit derzeit eine Priorität darstellen, dürfte trotz des Appells der Betreiber aber wohl vorerst fraglich bleiben.