Der australische Buchmacher PointsBet wurde am Dienstag zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 AUD (ca. 12.600 Euro) verurteilt. Das Amtsgericht in Downing, New South Wales, sah es als erwiesen an, dass der Wettanbieter Kunden auf illegalem Wege zum Platzieren von Einsätzen verleiten wollte.

Pferde im Lauf

Pointsbet soll illegale Werbung für Wettangebote für Pferderennen gemacht haben. (Quelle: pixabay.com)

Die Strafe wurde verhängt, nachdem die Anwälte von PointsBet ein widerrechtliches Handeln des Unternehmens eingeräumt hatten. Der Sportwettenbetreiber veröffentlichte jüngst Werbung, in der ein Geld-zurück-Bonus für Rennveranstaltungen der Metropolitan Pferderennserie in Aussicht gestellt wurde.

Laut dem „Betting and Racing Act“ von New South Wales, dem Regelwerk für Glücksspiel in der Region, sind jedoch alle Arten von Glücksspielwerbung illegal, die zum Spielen aufrufen, regelmäßiges Spielen bewerben oder das Eröffnen eines Spieler-Accounts attraktiv erscheinen lassen.

Der Sportwettenanbieter PointsBet

PointsBet ist ein australischer Buchmacher, der 2017 gegründet wurde. Die Firma verfolgte in den knapp zwei Jahren ihrer Existenz eine aggressive Expansionsstrategie, die das Unternehmen bereits im Januar 2019 auf den amerikanischen Sportwettenmarkt führte. Mittlerweile ist Pointsbet mit seinem Angebot in Australien und in New Jersey, USA, lizenziert.

Geschäftsmodell des Wettbetreibers ist es, Spieler nicht mehr nach festen Quoten, sondern dynamischen Quoten wetten zu lassen.

So kam es zu der Strafe

Das Verfahren gegen PointsBet folgte Ermittlungen der lokalen Abteilung für Alkohol und Glücksspiel des Industrieministeriums, die in New South Wales unter anderem mit der Regulierung und Kontrolle von Sportwetten-Werbung beauftragt ist.

Die Besonderheit des Falles ist, dass die Ermittler die Werbung nicht auf einer Pferderennbahn oder einer Plakatwand im öffentlichen Raum aufspürten, sondern im Apple App Store.

Dies warf die Frage auf, ob PointsBet mit der Werbung überhaupt gezielt die Kundschaft in der südwestaustralischen Region ansprechen wollte.

Richter G. J. Still schien dieser Besonderheit allerdings wenig Beachtung zu schenken. Solange eine Werbung dazu geeignet sei, Spieler zu den Angeboten von PointsBet zu locken, sei die Glücksspielwerbung unzulässig.

Im Nachgang des Verfahrens verdeutlichte Sean Goodchild, seines Zeichens Compliance-Direktor der Abteilung für Alkohol und Glücksspiel, dass die Veröffentlichung verbotener Werbeinhalte keineswegs ein Kavaliersdelikt sei:

„Wettanbieter haben die Pflicht dazu, alle gesetzlichen Richtlinien zur Glücksspielwerbung einzuhalten. Spielanreize tragen bekanntermaßen dazu bei, die Gefahren des Glücksspiels zu erhöhen. Aus diesem Grund nehmen wir alle Verletzungen des Gesetzes sehr ernst, was sich auch in der Höhe der Strafe von 20.000 AUD widerspiegelt.“

Nach einer Gesetzesreform im Jahre 2018 können australische Glücksspielanbieter, die gegen die Werberichtlinien verstoßen, mit Geldstrafen bis zu 55.000 AUD (ca. 35.000 Euro) sanktioniert werden.

Kein Grund zur Beunruhigung

Bei PointsBet selbst scheint es kaum Aufregung um die Strafe zu geben. Noch am Tag der Verurteilung wurde bekannt (Link auf Englisch), dass das Unternehmen eine Werbepartnerschaft mit dem australischen Rugby-Verein Cronulla Sharks eingehen will.

Der Deal sieht vor, dass der Erstligist der National Rugby League sein Stadion, den „Shark Park“, für vier Spielzeiten in PointsBet Stadion umbenennt. Außerdem sollen die Trikots der „Sharks“ zukünftig das Logo des Buchmachers tragen.

PointsBet Mitbegründer Andrew Fahey sagt über die Zusammenarbeit:

„Wir freuen uns sehr, mit den Cronulla Sharks eine langfristige Partnerschaft eingehen zu können. Sie haben ehrgeizige Pläne, sowohl auf als auch außerhalb des Spielfeldes. Wir freuen uns darauf, Teil ihres Erfolgs zu sein.“

Für PointsBet ist es nicht die erste namhafte Kooperation der noch jungen Firmengeschichte. Schon im Dezember 2018 gab der Buchmacher eine Partnerschaft mit dem ehemaligen Basketball-Superstar Allen Iverson bekannt.

Iverson bewirbt im Rahmen seines Engagements PointsBets „1 Million Dollar NBA-Challenge“. Sie verspricht demjenigen Spieler 1 Million US-Dollar Preisgeld, der in der NBA Postseason alle Mannschaften der Eastern und der Western Conference ihren korrekten Plätzen zuordnen kann.

Unternehmen, die solch hohe Beträge für werbewirksame Marketingmaßnahmen ausgeben, werden 20.000 AUD Strafe für widerrechtliche Werbung wahrscheinlich ohne bleibende Schäden verschmerzen können.