Verstoß gegen das Wettverbot: Australischer Jockey sorgt für Schlagzeilen

Veröffentlicht am: 27. April 2020, 12:09 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. April 2020, 12:16 Uhr.

Verstöße gegen das Wettverbot sorgen im Fußball häufiger für Schlagzeilen. Dass auch der Pferderennsport davon betroffen sein kann, zeigt der aktuelle Fall eines australischen Jockeys, der sich nun vor den Behörden verantworten muss.

Pferderennen, Pferde, Jockeys
Der australische Jockey Ben Melham soll in mindestens sechs Fällen gegen das Wettverbot verstoßen haben. (Bild: Pixabay/Clarence Alford)

Der Top-Jockey Ben Melham (32) aus Melbourne wird beschuldigt, über einen Zeitraum von sechs Monaten Wetten für mehr als 21.000 AUS auf Rennen platziert zu haben, an denen er zum Teil selbst teilgenommen hat.

Im März 2019 war Melham verletzt und nahm nicht an Rennen teil. In dieser Zeit soll er die ersten Wetten abgegeben haben. Doch auch in den Monaten bis September 2019, als er wieder gesund war, konnte ihm die Teilnahme an Wetten nachgewiesen werden.

Melham ist keineswegs der erste australische Jockey, der wegen Wettverstößen ins Rampenlicht gerät. Der Jockey Damien Oliver (47) wurde im Jahr 2012 beschuldigt, 10.000 AUS auf ein Pferd gesetzt zu haben, gegen das er selbst in einem Rennen antrat. In der Folge wurde er für mehrere Monate gesperrt, sodass er erst im September 2013 wieder an Pferderennen teilnehmen konnte.

Wetten über das Konto seiner Partnerin

Melham gilt als einer der talentiertesten Jockeys Australiens, der mit seinen Pferden bisher bereits Preisgelder in Höhe von mehr als 4,7 Mio. AUS gewinnen konnte. Die Wetten soll Melham über das Wettkonto seiner Partnerin Karlie Dales platziert haben. Diese muss sich ebenfalls vor den Behörden verantworten, weil sie bei einer Befragung falsche Angaben gemacht haben soll.

Den Anklägern zufolge betrug der Einsatz bei vielen der abgegebenen Wetten Tausende von Dollar. Im Bericht der zuständigen Aufsichtsbehörde Racing Victoria (Seite auf Englisch) heißt es, Melham habe in sechs Fällen Wetten platziert oder zumindest die Absicht geäußert, dies zu tun.

In einem Fall habe er beispielsweise Wetten in Höhe von 2.500 US-Dollar auf ein Rennen im australischen Bundesstaat Queensland gesetzt. In einem anderen Fall habe es sich um eine Wette auf ein Pferderennen in Singapur gehandelt. Melham habe

„…am 18. August 2019 5 Wetten in Höhe von insgesamt 2.114 USD auf Pferderennen in Singapur gesetzt, veranlasst oder sei im Begriff dazu gewesen, während er sich in einem Hotel befand und Bargeld an jemanden aushändigte, der diese Wetten platzierte. Herr Melham ist zu dieser Zeit nicht in Singapur geritten.“

Der Termin für die Verhandlung dieser Anklagen stehe nach Angabe der Aufsichtsbehörden noch nicht fest. Melham selbst wolle nach Angabe lokaler Medien bis zur Verhandlung wie geplant an Rennen teilnehmen.