Medien decken auf: So verlor ein Australier 8 Mio. AUD beim Online-Glücksspiel

Veröffentlicht am: 10. Juli 2020, 01:48 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. Juli 2020, 01:48 Uhr.

Der spielsüchtige Australier Gavin Fineff hat innerhalb von vier Jahren 8 Mio. AUD bei drei verschiedenen Online-Glücksspiel-Anbietern verspielt. Die Polizei von New South Wales und die australische Regierungsbehörde zur Überwachung von Finanztransaktionen (AUSTRAC) überprüfen nun die Transaktionen.

VIP Graphik
Tabcorp soll auffällige Spielmuster von spielsüchtigem VIP-Kunden jahrelang ignoriert haben. (Bild: Needpix/3dman_eu)

Seine Geschichte [Seite auf Englisch] hat Gavin Fineff dem australischen Nachrichtendienst ABC News erzählt, der in dieser Woche darüber berichtet hat. Der Nachrichtendienst untersuche nun, inwieweit die betroffenen Glücksspielfirmen ihre Pflichten zum Spielerschutz vernachlässigt haben könnten.

Hat Tabcorp auffällige Spielmuster ignoriert?

Fineffs Probleme mit dem Glücksspiel hätten begonnen, als er vor vier Jahren erstmals das Online-Glücksspiel ausprobiert habe. Er habe ein Spielerkonto bei Australiens größtem Glücksspielanbieter Tabcorp eröffnet und sei dort innerhalb kürzester Zeit zum VIP-Kunden ernannt worden.

2017 sei sein Spielverhalten derart ausgeartet, dass er innerhalb von sechs Monaten 1,5 Mio. Euro verspielt habe. Tabcorp habe ihn dennoch nicht auf sein Spielmuster oder seine Verluste angesprochen.

Stattdessen habe das Unternehmen ihm vermehrt VIP-Angebote und Prämien zugesprochen, darunter große Summen Bonusgelder oder exklusive Tickets für Sportevents.

Im Februar 2017 häuften sich die Vorwürfe des mangelnden Spielerschutzes gegen Tabcorp. Die AUSTRAC berichtete zu jener Zeit von 105 Verstößen gegen die geltende Glücksspielgesetzgebung. Das Unternehmen zahlte daraufhin 45 Mio. AUD Strafe.

Fineffs exzessives Glücksspiel sei bis Mai 2018 unbeachtet geblieben. Schließlich habe Tabcorp einen Einkommensnachweis verlangt. Diesen habe er aus Angst vor Konsequenzen nicht erbringen wollen. Daraufhin sei sein Spielerkonto gesperrt worden.

Die Nachforschung von ABC habe ergeben, dass er bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt 3,9 Mio. AUD verspielt habe.

Anrufe von Ladbrokes und BetEasy

Wenige Wochen später sei er von einem VIP-Manager von Ladbrokes kontaktiert worden, obwohl er dort nie Kunde gewesen sei. Der VIP-Manager habe für Fineff ein Spielerkonto eingerichtet und vorgeschlagen, einen anderen Namen zu verwenden.

Er habe ihn weder nach einem Identifikations- noch Einkommensnachweis gefragt. In den Folgemonaten habe Fineff 700.000 AUD verspielt.

Auf dieselbe Weise sei er Monate später von dem Online-Glücksspiel-Anbieter BetEasy kontaktiert und „zum Glücksspiel verführt worden“. Dort habe er letztendlich weitere 3,6 Mio. AUD verspielt.

Für Fineff gebe es nur eine logische Erklärung:

Worin ich mir absolut sicher bin, ist, dass sie wussten, dass ich ein Problemspieler war, dass meine Glücksspielaktivitäten irrational waren und dass ich ein Kunde war, der immer verliert und ihnen daher Gewinn bereitet. Warum sonst hätten sie mich kontaktieren sollen?

ABC habe bei allen drei Glücksspielfirmen um einen Kommentar gebeten. Keine habe sich jedoch bisher geäußert.