Ehemaliger Disney-Vice-Präsident plant riesiges Casino-Resort in Spanien

Veröffentlicht am: 5. Dezember 2018, 12:29 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Dezember 2018, 01:21 Uhr.

Am vergangenen Montag stellte das Unternehmen Cora Alpha seine Pläne für ein neues Mega-Casino-Resort in Spanien vor. In der Region Extremadura soll das als Elysium City bezeichnete Resort auf einer Fläche von 1.200 Hektar entstehen und bereits im ersten Jahr 4,5 Millionen Besucher empfangen.

Stausee García de Sola
Am Stausee García de Sola soll ein riesiges Casino-Resort entstehen. (Bild: Wikipedia)

John Cora, Geschäftsführer des kalifornischen Unternehmens Cora Alpha und ehemaliger Vice-Präsident des Disney-Konzerns, stellte das Projekt bei einer Veranstaltung vor, bei der auch der Präsident der Regionalregierung der Extremadura, Guillermo Fernández Vara, zugegen war:

John Cora leitete die Vorstellung von Elysium City mit folgenden Worten ein:

„Wir haben zusammen mit unseren Partnern hier in Spanien etwas kreiert, das wir für eines der aufregendsten Reiseziele halten, die es jemals gegeben hat, die zumindest aber während meiner Karriere und meiner Schaffenszeit im Disney-Konzern je entstanden sind.“

Errichtet werden soll das riesige Casino-Resort in Castilblanco in der Gegend um den Stausee García de Sola. Laut John Cora wird es voraussichtlich zu einer der beliebtesten Freizeitziele der ganzen Welt werden

Castilblanco

Castilblanco ist ein rund 1100 Einwohner umfassender Ort in der Provinz Badajoz, die zur autonomen Region Extremadura gehört. Castilblanco ist über die Bundesstraße N-502 sowie die Autobahn A5 mit der rund 220 Kilometer entfernten Hauptstadt Madrid im Nordosten und im Süden mit der etwa 210 Kilometer entfernten Stadt Córdoba verbunden. Der Flughafen Ciudad Real befindet sich in etwa 147 Kilometer Entfernung, der Flughafen Madrid-Barajas ist etwa 228 Kilometer von Castilblanco entfernt. Damit bietet Castilblanco trotz einer generell eher schwachen Infrastruktur gute Voraussetzungen dafür, zu einem touristisch attraktiven Ziel zu werden.

Die zwei Phasen des Casino-Projektes

In einer ersten Bauphase, die bereits in neun Monaten beginnen könnte und bis 2023 abgeschlossen sein soll, plant das Unternehmen eine Investition von 3.100 Millionen Euro und die Schaffung von 2.500 bis 3.000 neuen Jobs. Zunächst sollen hierbei ein Casino, ein 5-Sterne-Hotel sowie weitere drei Hotels entstehen. Zudem sind ein Fußballstadion mit Plätzen für 40.000 Zuschauer, verschiedene Themenparks, Geschäfte, eine eigene Bahnstation sowie mehr als 2.000 Wohneinheiten geplant.

Guillermo Fernández Vara
Guillermo Fernández Vara betonte die Bedeutung des Casino-Resorts für die Extremadura. (Bild: Wikipedia)

Der Start der zweiten Bauphase ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Hierbei sollen rund 8.800 Millionen Euro investiert werden und es ist die Schaffung von 15.000 neuen Stellen vorgesehen. Entstehen sollen hierbei unter anderem weiterer Wohnraum, ein Formel-1-Rennstrecke, ein eigener Hafen, Wolkenkratzer und schwimmende Inseln.

Die Bedeutung des Projektes für die spanische Extremadura

Für die spanische Extremadura ist das neue Casino-Resort von enormem wirtschaftlichem Interesse. Nicht nur die Entstehung der vielen neuen Arbeitsplätze bewertet der Präsident der Extremadura, Fernández Vara, positiv. Er betont auch, dass für die hier lebenden Menschen damit neue Lebenserwartungen verbunden sind.

Guillermo Fernández Vara betonte außerdem, dass die Extremadura grundsätzlich die besten Voraussetzungen für ein solches Projekt bereithalte:

„Warum nicht hier, wo wir die besten Konditionen hierfür bieten? Wir haben alles, was man in der Welt benötigt, aber nicht kaufen kann: die Sonne, die Erde und das Wasser. Warum also nicht hier?“

Kritiker weisen darauf hin, dass das Projekt zunächst hinsichtlich seines Einflusses auf die Umwelt geprüft werden sollte. Die betroffene Region besitzt ein wertvolles Ökosystem, das von dem bedrohten

mediterranen Wald mit Steineichen und Korkeichen geprägt ist. Zudem sind hier Tierarten wie der Gänsegeier, der Steinadler und der Habichtsadler angesiedelt.

Vorab gescheitertes Großprojekt von Triple Five geplant

Die Regierung der Extremadura hatte erst in diesem Sommer neue Steuervergünstigungen für derartige Großprojekte eingeführt. Die neuen Regelungen zur Glücksspielsteuer beinhalten eine Reduktion der sonst gültigen 15 Prozent des Erlöses um 80 Prozent. Dies hatte dem kanadischen Unternehmen Triple Five jedoch zuvor nicht genügt, um in Castilblanco ein Casino einzurichten. Grund für die Entscheidung gegen das Casino war für Triple Five die mangelhafte Infrastruktur der Region gewesen.

Triple Five hatte in Badajoz ein Eurovegas errichten wollen, zu dem ein eigener Flughafen gehören sollte. Stattdessen sucht das kanadische Unternehmen nun nach einem passenden Grundstück an der Costa de Sol und in Cádiz, wo die Infrastruktur besser ausgebaut ist und Flughäfen, wie die Flughäfen Málaga, Jerez und Gibraltar, näher gelegen sind. Kritisch wurde Castilblanco nicht nur wegen der weiten Entfernung zu den nächsten Flughäfen gesehen, sondern auch wegen der mangelhaften Bahnanbindung.

Schon als die Pläne von Triple Five sich zerschlugen, wiesen die Medien darauf hin, dass es nicht zwingend nötig gewesen wäre, einen eigenen Flughafen für das Resort zu errichten, sondern dass der Flughafen in Ciudad Real durchaus ausreichend gewesen wäre.