Doppelleben aufgeflogen: Glücksspieler ermordet Geschäftspartner

Veröffentlicht am: 24. Januar 2020, 10:46 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. Januar 2020, 10:46 Uhr.

Vor zehn Jahren tötete der kalifornische Geschäftsmann Ed Shin (42) seinen Geschäftspartner. Chris Smith (†31) soll der Auflösung der gemeinsamen Firma im Wege gestanden haben , die aufgrund von Shins exzessivem Lebensstil und enormen Spielschulden nötig geworden war. Nun schildert der wegen Mordes Verurteilte seine Sicht der Dinge im US- Fernsehen.

Flatterband Crime Scene
Als sein Kartenhaus zusammenbrach, ermordete der Kalifornier seinen Geschäftspartner (Quelle:Yumi Kimura. licensed under CC BY-SA 2.0)

Zweites Leben in Las Vegas

Als das Kartenhaus, das sich Ed Shin aufgebaut hatte, zusammenbrach, musste sein Geschäftspartner sterben. Davon zeigte sich das Gericht von Orange County 2011 überzeugt und verurteilte Shin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Aussicht auf Bewährung.

In der aktuellen Ausgabe der Reihe 20/20 des US-Senders ABC spricht Shin darüber, wie er sich in eine scheinbar ausweglose Situation manövrierte, an deren Ende der Tod seines Kompagnons stand.

In Las Vegas hatte sich der Familienvater eine zweite Identität als reicher Lebemann aufgebaut:

Als ich mit dem Spielen angefangen habe, [verspielte ich] ein paar Tausend Dollar. Und dann wird man gut darin. Das ist das Problem mit dem Glücksspiel… die meisten Leute gewinnen anfänglich und dann ist man süchtig nach diesem Gewinn.

800.000 US-Dollar Schulden

Das Doppelleben flog auf, als Shins ehemaliger Arbeitgeber dahinterkam, dass er große Summen aus dem Unternehmen abgezweigt hatte. Ein Zivilgericht verurteilte ihn im Mai 2010 zur Rückzahlung von 800.000 US-Dollar. Zudem sollen sich auch in Las Vegas enorme Spielschulden angehäuft haben.

Um an die Gelder, die auf dem gemeinsamen Firmenkonto lagerten, heranzukommen, benötigte Shin die Unterschrift Smiths.

Shins Angaben zufolge sei es hierüber zum Streit gekommen, bei dem er seinen Geschäftspartner in Notwehr getötet habe. Er habe dann einen osteuropäischen Mann dafür bezahlt, die Leiche verschwinden zu lassen. Deswegen könne er keine Angaben dazu machen, wo sich die sterblichen Überreste Smiths befänden. Noch heute gibt sich Shin geheimnisvoll:

Es stecke viel mehr hinter der Geschichte, als er sagen könne. Um dieses große Geheimnis zu schützen, sei er bereit, den Rest seiner Tage hinter Gittern zu verbringen. Die Ermittler bezweifeln die Existenz dieses Geheimnisses ebenso wie die des großen Unbekannten. Einen Unterschied macht es nicht: Ed Shin wird das Gefängnis nie wieder verlassen.

Die Sendung 20/20 wird seit 1978 vom US-Sender ABC ausgestrahlt. Bis 2018 widmete sich das Magazin vor allem investigativen Recherchen. Seither ist es auf den Bereich True Crime spezialisiert.