Illegale Anzeigen in 48 Std. löschen: Meta-Ultimatum in Brasilien
Posted on: 15/08/2025, 04:59h.
Last updated on: 15/08/2025, 08:13h.
- Social-Media-Konzern Meta sieht sich in Brasilien mit einem Ultimatum konfrontiert.
- Behörden verlangen Löschung illegaler Glücksspielwerbung binnen 48 Stunden.
- Staatsanwaltschaft zählt auf Meta-Plattformen Hunderte Verstöße gegen Werbeverbot.
In dem lateinamerikanischen Land gilt ein striktes Werbeverbot für nicht lizenzierte Anbieter. Trotzdem werden die missliebigen Clips und Banner vor allem auf Social-Media-Kanälen promotet. Um die Verstöße zu beenden, setzten die Behörden von Brasilien dem IT-Giganten Meta nun ein äußerst knappes Ultimatum.

Der Betreiber von Facebook, WhatsApp und Instagram wurde von der Generalstaatsanwaltschaft (AGU) des Landes aufgefordert, anstößige Inhalte umgehend auf seinen Plattformen zu löschen. Dafür bleibt Meta nicht viel Zeit, denn die illegale Glücksspielwerbung soll innerhalb von nur 48 Stunden aus dem Netz verschwinden.
Die AGU verschickte an das US-Unternehmen eine außergerichtliche Aufforderung zur Entfernung aller illegalen Anzeigen aus Profilen, die für nicht lizenzierte Online-Wetten und Glücksspiele werben. Dies sei bspw. bei Firmen der Fall, deren Domains nicht auf die offiziell geforderte Domain .bet.br enden.
In ihrem Schreiben betont die Staatsanwaltschaft:
Es handelt sich um eine offensichtlich illegale Aktivität (da diese Profile nicht vom Finanzministerium genehmigt sind), die auch mit Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Straftaten gegen Verbraucher, Betrug und anderen illegalen Praktiken in Verbindung stehen kann, wodurch ihre Werbung zu einer ebenso illegalen Aktivität wird.
Für Meta sind die Vorkommnisse in Brasilien nicht die einzige Problemzone, in der es zu diesen Fällen kam. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Firma in Indien mit ähnlichen Verstößen konfrontiert.
Hunderte aktive illegale Anzeigen
Eine von der Generalstaatsanwaltschaft initiierte Untersuchung in Metas Anzeigenbibliothek identifiziert Hunderte von aktiven Anzeigen, die nicht den Anforderungen der brasilianischen Gesetzgebung entsprechen. Deshalb fordert die AGU die sofortige Entfernung.
Zugleich warnte die Behörde Meta, bei Weiterbestand der verbotenen Glücksspielwerbung haftbar gemacht werden zu können. Dies gelte laut aktueller Rechtsprechung für bezahlte Anzeigen und gesponserte Beiträge. In solchen Fällen müsse Meta:
… nachweisen, dass sie sorgfältig und innerhalb einer angemessenen Frist gehandelt haben, um die Inhalte unzugänglich zu machen.
Beobachter gehen davon aus, dass der Plattform-Betreiber die registrierten Mängel zeitnah abstellt. Damit wäre es aus Sicht der brasilianischen Behörden allerdings noch nicht getan. Sie fordern Meta in ihrem Ultimatum darüber hinaus dazu auf, sicherzustellen, dass derlei Verstöße in Brasilien nicht mehr vorkommen.
No comments yet