Liechten­steins ältes­tes Casino schließt Ende September

Posted on: 01/09/2025, 03:08h. 

Last updated on: 01/09/2025, 03:08h.

  • Das älteste Casino von Liechtenstein wird Ende des Monats geschlossen.
  • Betreiber verkündete das endgültige Aus für das Casino Admiral in Ruggell.
  • Landesübergreifende Spielersperren ließen den Umsatz rapide sinken.

In dem zwischen der Schweiz und Österreich gelegenen Fürstentum sinkt die Zahl der landbasierten Spielbanken weiter. Zum Ende des Monats kommt das Aus für eine weitere Spielstätte. Ende vergangener Woche verkündete der Betreiber, dass das Casino Admiral in Ruggell geschlossen wird.

Casino-Spieltische
Das Aus kommt nach gut acht Jahren (Bild: Casino LI)

Damit ist das Ende von Liechtensteins ältestem Casino beschlossen. Der Standort war im August 2017 als erste Spielbank Liechtensteins eröffnet worden. Seitdem war die im Norden des Fürstentums an der Grenze zur Schweiz gelegene Spielstätte ein beliebtes Ziel von Spielern aus dem westlichen Nachbarland. Neben modernen Spielautomaten werden dort Casino-Spiele wie Blackjack, Roulette und Poker geboten.

Der Zustrom der internationalen Gäste ist seit Anfang des Jahres erheblich zurückgegangen. Ein Grund dafür ist eine Vereinbarung beider Regierungen. Dieser zufolge werden seit Januar 2025 die Daten von Spielersperren beider Länder ausgetauscht.

Die bilaterale Vereinbarung hat zur Folge, dass in der Schweiz gesperrte Spieler auch nicht mehr in Liechtenstein im Casino zocken können. Dadurch ließ die Attraktivität der Region für Schweizer Spieler erheblich nach.

Datenaustausch nicht der einzige Grund

Laut Betreiber ist der Austausch der Sperrdaten ein wichtiger, aber nicht der einzige Grund für die Einstellung der Casino-Aktivitäten. Hinzukämen generell verschlechterte wirtschaftliche Bedingungen. Diese ließen einen erfolgreichen operativen Betrieb des Casinos nicht mehr zu.

Birgit Wimmer, Präsidentin des Verwaltungsrats, erklärte dazu:

In den vergangenen Jahren haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für alle Casino-Betreiber in Liechtenstein mehrfach verändert (…). Dazu zählen unter anderem Erhöhungen der Geldspielabgabe, eine Verschärfung des Verhältnisses von Live-Game zu Geldspielautomaten, Vorgaben zu zusätzlichem Personalbedarf für den laufenden Betrieb sowie zuletzt der Sperrdatenaustausch mit der Schweiz, welcher in den angrenzenden Ländern Österreich und Deutschland nicht vorgesehen ist und damit zu Wettbewerbsverzerrungen führt.

Hinzukomme die mangelnde Unterstützung seitens der Regierung. Diese gebe auch mehr als sechs Monate nach Vereinbarung des Abkommens keine Anzeichen irgendeiner Form der Unterstützung der notleidenden Branche. Die Folge: Seit Januar schlossen vier der ehemals neun Casinos im Land.

Diese Untätigkeit dürfte der Staat schon bald in seinen Haushaltskassen spüren. So flossen seit der Eröffnung des Casinos Admiral etwa 115 Mio. CHF in Form von Glücksspielabgaben und -steuern an die öffentlichen Finanzkassen.