Über Ostern bekommen Pokerspieler in den USA die seltene Chance auf den Gewinn eines Echtgeld-Preispools von 200.000 US-Dollar. Für das Poker Madness-Turnier können sich Spieler seit März bereits ab 1,50 US-Dollar Einsatz qualifizieren.

 

Spielkarten und Chips

Beim Global Madness-Turnier geht es um Echtgeld (Bild: Pixabay)

 

Online Poker boomt nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA. Doch im Gegensatz zu den hochkarätigen Turnieren, die den Spielern hierzulande angeboten werden, haben US-Pokerplayer viel weniger Möglichkeiten, online um Echtgeld zu spielen. Eine dieser raren Gelegenheiten ergibt sich Anfang April, wenn bei der Poker Madness um einen garantierten Preispool von 200.000 US-Dollar gezockt wird.

 

Mit geringem Buy-in für Poker Madness qualifizieren

Bereits seit Anfang März konnten sich Interessierte bei Satelliten-Turnieren für das Main Event qualifizieren. Bei einem ersten kostenlosen Satelliten-Turnier konnten Spieler ein Frei-Ticket sowie kostenfreie Buy-ins für die folgenden Runden gewinnen. Dort gab es für Spieler weitere Chancen zur vergünstigten Qualifikation. So wurden gegen Buy-ins von 1,50 US-Dollar, 11 US-Dollar und 77 US-Dollar weitere der begehrten Frei-Tickets ausgelobt.

 

Das Main Event, “The Nuts”, findet schließlich am 1. April statt. Für Spieler, die bei den Satellites keine Tickets für dieses Turnier gewonnen, oder die an den Qualifikationen nicht teilgenommen haben, liegt das direkte Buy-in bei 540 US-Dollar.

 

Gesetzeslücke für Echtgeld-Poker in den USA

Um derartige Echtgeld-Turniere überhaupt anbieten und durchführen zu können, nutzt der Veranstalter Global Poker ein juristisches Schlupfloch der Glücksspielgesetzgebung in den USA. Online Poker ist dort zwar nicht verboten, aber der Transfer von Geldern zu Anbietern von Online-Glücksspielen ist seit 2006 untersagt. Der „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act“ untersagt Banken, Kreditkartenfirmen und Bezahldiensten, Gelder an die Betreiber der Online Casinos zu transferieren. Echtgeld-Einsätze sind für Spieler folglich nicht mehr möglich.

 

2011 wurde das Gesetz publikumswirksam umgesetzt, als das FBI am 15. April die Seiten Full Tilt Poker, Poker Stars und Absolute Poker in den USA unter der Begründung der Geldwäsche sperrte. Dieser sogenannte „Black Friday“ hat die Anbieter vorsichtig werden lassen, weshalb Spieler aus den USA von vielen Betreibern nicht mehr auf ihren Seiten zugelassen werden.

 

“Sweeps Cash” als Echtgeldersatz

Anstatt mit klassischen Ein- und Auszahlungen zu arbeiten, wie dies beispielsweise für deutsche Spieler die Regel ist, nutzt Global Poker einen kleinen Umweg. Hier wird mit dem sogenannten “Sweeps Cash” gespielt. Turnier-Teilnehmer wickeln die Buy-ins nicht direkt mit realen Dollar ab, sondern kaufen sich über Spielchips ein. Mit diesen „Gold Coins“ können die Spieler online zocken. Gewinne dieses Spielgelds können jedoch nicht gegen richtiges Geld eingetauscht werden, was nach der aktuellen Gesetzeslage verboten wäre.

Doch bei jedem Kauf der „Gold Coins“ erhält der Spieler einen Bonus in Form von “Sweeps Cash”. Diesen Bonus kann er bei Turnieren und Cash Games als Einsatz nutzen. Echtgeld-Gewinne aus diesen Turnieren werden sodann bar auf die PayPal-Accounts der Spieler ausgezahlt.

 

Vorbild der Poker Madness sind die „Grizzly Games“, die Anfang des Jahres veranstaltet wurden. Bei diesem Turnier wurden insgesamt sogar zwei Millionen US-Dollar ausgespielt. Dies ist nicht nur im US-Pokermarkt eine äußerst beträchtliche Summe für ein Online Poker-Turnier.

 

Insgesamt nahmen an dem Main Event der „Grizzly Games“ über 400 Spieler teil, wobei der Gewinner 15.690 US-Dollar in “Sweeps Cash” über den PayPal-Umweg mit nach Hause nehmen durfte. Es zeigt sich also, dass trotz aller Verbote findige Unternehmen stets Mittel und Wege finden, die strenge Gesetzeslage auszutricksen und legal zu umgehen. Für Pokerspieler in den USA sind derlei Tricks die einzige Möglichkeit, online um Geld zu pokern.