Türkischer Wett­skan­dal wei­tet sich aus – über 1.000 Spie­ler gesperrt

Posted on: 12/11/2025, 02:40h. 

Last updated on: 11/11/2025, 04:48h.

  • Der Wettskandal in der Türkei führte dazu, dass 1.024 Spieler gesperrt wurden.
  • Disziplinarkommission prüft Verwicklung des Fußballs in den Wettbetrug.
  • Über zwei Dutzend Profis der Süper Lig in Skandal involviert.

Die globale Sportwelt wird derzeit von einer Reihe großer Enthüllungen rund um Spielmanipulation und Wettbetrug erschüttert. Neben prominenten Vorfällen in den USA zieht der Wettskandal in der Türkei ebenfalls immer weitere Kreise, wo nun auch Spieler gesperrt wurden.

Teams vor Match, Süper Lig Türkei
Der Wettskandal weitet sich auf die Spieler aus (Bild: Flickr/I3o, CC BY-NC-SA 2.0)

Nachdem in der vergangenen Woche bereits Hunderte von Schiedsrichtern in den Fokus der Justiz gerieten, traf der Bannstrahl der federführenden Disziplinarkommission nun die aktiven Sportler. Nach Angaben des türkischen Fußballverbands TFF wurden die über 1.000 Aktiven wegen möglicher Verwicklungen in Wettmanipulation und -betrug suspendiert. Damit hat der Fall einen Umfang erreicht, der seinesgleichen weltweit suchen dürfte.

Im Gegensatz zu derartigen Fällen aus der Fußballszene anderer Länder werden nicht nur Spieler aus Amateurligen verdächtigt. Laut TFF sind unter anderem 27 Spieler der türkischen Süper Lig vom Verdacht betroffen. Dazu zählen auch Profis der Spitzenklubs Besiktas und Galatasaray Istanbul.

Für die Spieler hat die Suspendierung unmittelbare Konsequenzen. Vorerst ist ihnen die Teilnahme am Spielgeschehen untersagt. Die Sperren sollen erst aufgehoben werden, wenn die Betroffenen nach der Untersuchung von jeglichem Verdacht befreit wurden. Den überführten Spielern dürften hingegen langfristige Sperren, Geldbußen oder sogar Haft drohen.

Auch Vereinsoffizielle im Visier

Neben den Spielern gerieten offizielle Vertreter ihrer Vereine ebenfalls ins Visier der Ermittler. Dabei geht es nicht nur um eher niedrigere Ränge wie Assistenztrainer, sondern teilweise um die Spitzen aus Klubs der höchsten Spielklasse. Gegen acht von ihnen wurden sogar Haftbefehle erlassen.

Wie hoch die Verstrickungen reichen, zeigt sich an beispielhaft an Murat Özkaya. Er ist Präsident des Istanbuler Vereins Eyüpspor, der in der Saison 2023/24 erstmals in die Süper Lig aufgestiegen war. Auch gegen sollen die Richter einen Haftbefehl erwirkt haben.

Als direkte Folge des Skandals wurde der Spielplan vieler Ligen im türkischen Fußball kräftig durcheinandergewirbelt. So wurden die Partien der dritten und vierten Liga für die kommenden zwei Wochen komplett abgesagt.

Die TFF fragte zudem bei der FIFA eine Sondergenehmigung an. Der Weltverband soll das Zeitfenster für Wintertransfers ausnahmsweise um 15 Tage erweitern, damit die Teams ihre Mannschaften auffüllen können. Damit sollen sie Gelegenheit erhalten, ggfs. gesperrte Spieler zu ersetzen.