Hunderte Schiedsrichter in türkischen Wettskandal verwickelt
Posted on: 28/10/2025, 03:40h.
Last updated on: 28/10/2025, 07:49h.
- Wettskandal in der Türkei erfasst 371 darin verwickelte Schiedsrichter.
- Die Unparteiischen sollen in großem Umfang auf Fußball gewettet haben.
- Türkischer Fußballverband leitete Hunderte Disziplinarverfahren ein.
Die globale Sportwelt ist um einen großen Skandal reicher. Wenige Tage nach den Verhaftungen in der NBA geht es um einen Wettskandal in der Türkei, in den Hunderte Schiedsrichter verwickelt sind. Diese waren und sind unter anderem bei Matches der höchsten Liga aktiv.

Nach Angaben der Turkish Football Federation war es zuvor zu einer weitreichenden Überprüfung der Schiedsrichter gekommen. Dabei waren alle 571 lizenzierten Unparteiischen kontrolliert worden.
Die Checks förderten zutage, dass 371 der Schiedsrichter über eigene Konten bei Wettanbietern verfügten. Darunter befinden sich 152 Personen, die in letzter Zeit auf Fußballspiele Wetten platzierten.
Laut Verband soll es sich größtenteils um Matches aus internationalen Ligen gehandelt haben. In Einzelfällen kam es jedoch auch vor, dass auf die Spiele einheimischer Teams gesetzt wurde.
Unabhängig vom Umfang der Wettaktivitäten ist die Kontomitgliedschaft bei einem Buchmacher ein Verstoß gegen die Richtlinien im türkischen Fußball. Wie in anderen Ländern dürfen auch in der Türkei Spieler und Offizielle keinerlei Geschäfte mit Sportwetten-Anbietern tätigen.
Deutliche Kritik am Verhalten der Schiedsrichter
Wie umfangreich die Wettaktivitäten einzelner Schiedsrichter waren, zeigt eine Übersicht des Verbands. Demnach soll einer von ihnen insgesamt 18.227 Wetten abgeschlossen haben. Von weiteren 42 Spielleitern wurden jeweils über 1.000 Tipps bei Buchmachern platziert.
Die Wettleidenschaft der Schiedsrichter wird in dem Land einhellig kritisiert. Galatasaray-Präsident Dursun Aydin Ozbek nannte den Vorfall einen schweren Schlag gegen die Bemühungen um die Integrität des Sports. Er und die Kollegen anderer Vereine forderten ein hartes Vorgehen gegen die Akteure.
Diesem Wunsch dürfte der Verband nachkommen. So kündigte Verbandspräsident Ibrahim Haciosmanoglu rasche Disziplinarmaßnahmen an:
Wir wissen, dass der türkische Fußball Veränderungen braucht. Wir haben mit den Schiedsrichtern begonnen, und unsere Disziplinarkommission wird die notwendigen Schritte einleiten und Sanktionen gemäß den Anweisungen verhängen.
Die verbotenen Wetten könnten für die Betroffenen nicht nur national zu langfristigen Sperren führen. Der Verband leitete die Untersuchungsergebnisse an UEFA und FIFA weiter, sodass die Schiedsrichter auch international ausgeschlossen werden könnten.
Der Wettskandal dürfte Kritiker in ihrer Meinung beflügeln. So hatte der im August von seinem Klub Fenerbahce entlassene José Mourinho von einem kranken Fußballsystem gesprochen. Seit Jahren steht zudem der Verdacht der Verschiebung von ganzen Meisterschaften im Raum. Dieses Gerücht dürfte dank der Enthüllungen nun neue Nahrung erhalten.
No comments yet