WestLotto schließt sich Facebook-Werbeboykott an

Veröffentlicht am: 18. Juli 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. Juli 2020, 02:25 Uhr.

Immer mehr Unternehmen stellen ihre Werbe-Aktivitäten auf Facebook ein. Nun hat sich auch der Lotterieveranstalter WestLotto dem Werbeboykott angeschlossen. Wie WestLotto in dieser Woche in einer Pressemitteilung erklärt hat, handele das Unternehmen damit gegen Diskriminierung im Social Web.

Facebook
Weltweit schließen sich immer mehr Unternehmen dem Werbeboykott gegen Facebook an. (Bild: Pixabay/Thomas Ulrich)

Mehr als 100 große Unternehmen seien dem Aufruf zum Boykott bereits gefolgt. Grund hierfür sei, dass Facebook auf seinen sozialen Netzwerken Hass- und Diskriminierungskampagnen sowie Fake News dulde.

Hasskommentaren mit Werbestopp Einhalt gebieten

Schon länger wird Facebook vorgeworfen, zu wenig gegen Beleidigungen und Hassposts zu tun. Auf den Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt jedoch sei eine wahre „Flut“ rassistischer Kommentare in den sozialen Netzwerken gefolgt. Statt dem Einhalt zu bieten, komme es Facebook vielmehr auf „mehr Umsatz und Reichweite“ bei den Usern an, so Kritiker.

In den USA haben mehrere Bürgerrechtsorganisationen, darunter die Anti-Defamation League, Color of Change und die Sleeping Giants, unter dem Hashtag StopHateforProfit [Seite auf Englisch] Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Werbung auf Facebook einzustellen.

Facebook, so der Vorwurf, habe die Anstiftung von Gewalt gegen Demonstranten zugelassen, die nach dem Tod George Floyds gegen Diskriminierung kämpften. In seinen sozialen Netzwerken lasse Facebook Rassismus und die Leugnung des Holocaust zu. Dem wolle man mit dem Werbeboykott Einhalt gebieten. Zu den am Boykott beteiligten Unternehmen würden unter anderem Ford, Honda und Unilever gehören.

Keine Lotto-Werbung in hasserfülltem Umfeld

Laut WestLotto fördere das Verhalten von Facebook die Spaltung einer demokratischen Gesellschaft. Eine Werbeplatzierung in einem hasserfüllten oder diskriminierenden Umfeld dulde das Unternehmen jedoch nicht.

WestLotto-Geschäftsführer Andreas Kötter erklärte:

Wir wollen deutlich machen, dass wir als verantwortungsbewusstes Unternehmen Intoleranz, Diskriminierung oder Rassismus entschlossen verurteilen. Wir erwarten auch von unseren Geschäftspartnern, für diese Werte aktiv einzutreten.

Ausgrenzung und Hass hätten in unserer „globalen Gesellschaft“ keinen Platz, so Kötter. Wichtige Bausteine dagegen seien „Demokratie, Respekt und Solidarität“. Daher gelte der Werbeboykott bis auf Weiteres.

Facebook versucht derweil dem Werbeboykott mit Beschwichtigungen Einhalt zu bieten, wie Medien in den vergangenen Wochen immer wieder berichteten. So habe Facebook-Chef Mark Zuckerberg angekündigt, nun stärker gegen Fake News und Hassbotschaften vorgehen zu wollen.

Bislang zeigen sich die Initiatoren der Kampagne # StopHateForProfit davon jedoch unbeeindruckt. Sie rufen auch europäische Unternehmen weiterhin auf, sich dem Boykott anzuschließen.