Junge Menschen als Zielgruppe – Spanische Lotterie investiert in Werbung

Veröffentlicht am: 18. January 2022, 12:11 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 18. January 2022, 12:47 Uhr.

Die staatliche Lotterie Spaniens SELAE hat einen Vertrag mit der Werbeagentur No Line Worldwide SL abgeschlossen. Mit einem Budget von rund 3 Mio. Euro sollen dabei gezielt junge Menschen in den Fokus der Glücksspiel-Werbekampagnen genommen werden. Dies haben lokale Medien am gestrigen Dienstag berichtet.

Lottoverkaufsstelle in Spanien
Die spanische Lotterie SELAE richtet ihre neue Werbestrategie auf junge Menschen aus. (Symbolbild: Flickr/Aiaraldea Gaur eta Hemen; CC BY-SA 2.0)

Bereits im vergangenen Dezember kündigte die Lotteriegesellschaft Sociedad Estatal Loterías y Apuestas del Estado (SELAE) an, mehrere Aufträge für Glücksspiel-Werbung vergeben zu wollen.

Die Verträge zielten dabei auf Werbemaßnahmen für verschiedene Glücksspiel- und Wettangebote, wie die Lotteriespiele El Gordo de la Primitiva, die Euromillions, aber auch Toto-Angebote, ab. Das Gesamtbudget hierfür wurde übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf über 5 Mio. Euro veranschlagt.

Junge Spieler als Zielscheibe der Glücksspiel-Werbung

Den Auftrag für die Werbung für die Wettangebote der SELAE hat nun die Werbeagentur No Line Worldwide SL erhalten. Das geschätzte Budget beträgt hierbei 3 Mio. Euro. Hiermit solle es der Agentur gelingen, den Wettangeboten der Lotterie zu einem höheren Bekanntheitsgrad zu verhelfen.

Derzeit, so SELAE in der Auftragsbeschreibung, sei der typische Quiniela-Spieler männlich und zwischen 36 und 55 Jahre alt. Ziel der neuen Werbekampagnen sei daher:

  • das Anlocken von mehr Verbrauchern, insbesondere im Segment der jungen Fußballfans über 20 Jahre,
  • das Umwandeln von Gelegenheitsspielern zu Stammspielern,
  • die Förderung des häufigeren Spiels, angesichts einer derzeit geringen Wiederholungsrate.

Die zu diesem Vertrag genannte Altersgrenze schraubte die SELAE in den Auftragsbeschreibungen zu den anderen Werbeverträgen, sogar noch weiter herunter. So heißt es in der Auftragsbeschreibung des Vertrags für die EuroMillions, der nicht Teil des nun erteilten Zuschlages ist:

Der EUML-Spieler [EuroMillions-Spieler, Anm. d. Red.] ist bei den jungen 18- bis 24-Jährigen und den Älteren über 65 unterrepräsentiert, wobei in diesen Altersgruppen ein deutliches Wachstumspotenzial besteht. Es ist von Interesse, die Marktdurchdringung in diesen beiden spezifischen Altersgruppen zu erhöhen.

Während die staatliche Lotteriegesellschaft Millionenverträge für Glücksspiel-Werbung abschließt, unterliegt der private Glücksspiel-Sektor des Landes seit vergangenem Jahr strikten Werbebeschränkungen. So ist privaten Anbietern die Werbung für das Online-Glücksspiel nur noch zwischen 1:00 Uhr und 5:00 Uhr nachts erlaubt.

Den privaten Sektor, so beispielsweise Jaume Moragues von der Luckia Gaming Group, bringe dies in eine sehr ungünstige Lage. Vielmehr sollten für den öffentlichen und den privaten Sektor gleiche Regeln gelten.