Vom Leben mit einem Spielsüchtigen und der Bewältigung einer Krise

Veröffentlicht am: 22. August 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. August 2020, 04:28 Uhr.

In Berichten über Spielsucht liegt der Fokus meist auf den Erlebnissen der erkrankten Person. Eine Britin kritisierte diesen Umstand nun öffentlich in einem Online-Portal für medizinische und psychologische Themen.

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Partner Spielsüchtiger stehen unter finanziellem und emotionalem Druck. (Symbolbild: pexels.com)

Susie Jones sagte, sie könne aus erster Hand über den finanziellen und emotionalen Druck sowie über die damit verbundenen Ängste berichten. Es gebe aber auch Lösungen.

Unbezahlte Rechnungen und kein Geld auf dem Konto

Jones erzählte, dass sie bereits am Anfang der Beziehung von der Spielsucht ihres Partners Danny erfahren habe. Sie habe aber die Auswirkungen dieser Offenbarung nicht einschätzen können. 2018 sei er bei ihr eingezogen.

Jeder habe sein eigenes Geld verwaltet, sei aber über die Finanzen des Partners informiert gewesen. Die Rechnungen seien über Jones gelaufen, mit der Vereinbarung, dass ihr Partner ihr die Hälfte überweisen solle.

Jones berichtet:

Am ersten Zahltag erschien sein Geld nicht auf meinem Konto. Trotz der Angst, die ich empfand, wollte ich ihn nicht belästigen, und das Glücksspiel war mir noch nicht einmal in den Sinn gekommen. Eine Woche verging und als ich ihn an die Rechnungen erinnerte, wurde ich mit Versprechungen oder Ausreden konfrontiert.

Er habe gesagt, zur Bank gehen zu wollen, um dies zu klären. In dieser Nacht sei er nicht nach Hause gekommen, sagte Jones. Am nächsten Morgen habe er von einem öffentlichen Telefon aus zu Hause angerufen, das Handy habe er verkauft, um das Geld beim Glücksspiel zu setzen. Als er nach Hause gekommen sei, habe er ihr nicht ins Gesicht schauen können.

Es war sehr schlimm für seine psychische Gesundheit, aber auch für meine. Ich habe Scham und Schuld empfunden und mich wie jemand gefühlt, der eine Lüge lebt. Mein Impuls war, alles über unsere Beziehung und mich selbst in Frage zu stellen. Ich hatte Angst und diese Reaktion war natürlich, aber mir wurde auch klar, dass ich für ihn da sein musste.

Hilfe für Spielsüchtige

Jones’ Partner habe sich schließlich dafür entschieden, zu anonymen Treffen für Spielsüchtige zu gehen und habe ihr seine Bankkarten zur Aufbewahrung gegeben. Auch bei GAMSTOP [Seite auf Englisch] hätten sie ihn angemeldet, wodurch er keinen Zugang mehr zu Online-Glücksspielanbietern gehabt habe.

Sie kommentierte:

Mit der richtigen Unterstützung und Einstellung wusste ich, dass er aufhören konnte, wir mussten einfach zusammenarbeiten und positiv bleiben.

Sie hätten dann die Kreditkartenabrechnungen gesichtet und Rückzahlungsvereinbarungen getroffen. Bis zum Jahre 2021 würden die Spielschulden beglichen sein.