Virusgefahr in Macau? Casinos messen Körpertemperatur der Gäste

Veröffentlicht am: 7. Januar 2020, 03:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. Januar 2020, 03:05 Uhr.

Die Gesundheitsbehörde in Macau äußerte am Wochenende ihre Besorgnis über den Ausbruch einer mysteriösen viralen Lungenentzündung, die in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei, aufgetreten ist und sich derzeit im Land auszubreiten scheint.

Casinos Macau bei Nacht, Lichter
Unbekannter Virus in Macau, Casinos scannen die Körpertemperatur der Gäste. (Bild: wikimedia.org, licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0)

Casino-Betreiber werden dazu aufgefordert, in den Eingangsbereichen der Spielstätten die Körpertemperatur der Gäste mit Screening-Geräten zu überprüfen. Auf diese Weise sollten die Mitarbeiter geschützt werden, die täglich mit Kunden aus aller Welt interagieren müssten und daher besonders anfällig für ansteckende Krankheiten seien.

Casino-Angestellte fordern bessere Arbeitsbedingungen

Erst vergangenen Donnerstag gingen Macaus Casino-Mitarbeiter auf die Straße und forderten bessere Arbeitsbedingungen. Eine ihrer wichtigsten Forderungen waren bessere Gesundheitsbedingungen, denn bereits im vergangenen Jahr waren mehrere Casino-Angestellte in Macau von der Verbreitung des Rötel-Virus betroffen. Die Regulierungsbehörde der Stadt sagte den Mitarbeitern bereits zu, dass man ihnen bessere Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung stellen werde.

Die Mehrheit der Besucher der Macauer Casinos stammt vom chinesischen Festland. Täglich gibt es mehrere Direktflüge zwischen Macau und Wuhan. Auch an den Flughäfen werden Screenings durchgeführt.

Virus ist noch unbekannt

Laut Informationen der World Health Organization (WHO) [Seite auf Englisch] sei der Virus noch nicht bekannt. Es handele sich nicht um Influenza, Vogelgrippe, Adenovirus, SARS oder MERS. Über die genauen Ursachen könne bis dato noch nichts Konkretes gesagt werden.

Ein Sprecher der WHO sagte:

“Es gibt viele mögliche Ursachen für eine virale Lungenentzündung, viele davon treten häufiger auf als das SARS-assoziierte Coronavirus. Die WHO verfolgt diese Vorkommnisse aufmerksam und wird weitere Einzelheiten mitteilen, sobald wir sie haben.”

Der Ausbruch soll auf dem Fischmarkt in Wuhan erfolgt sein.

Fischmarkt in Wuhan, Geschäfte, chinesische Schriftzeichen
Der Virus soll auf dem Fischmarkt in Wuhan ausgebrochen sein. (Bild: youtube.com)

Der Markt wurde am 1. Januar geschlossen, um die Infektion einzuschränken und Desinfektionen durchzuführen.

Die WHO gab auf Twitter bekannt, dass 59 Fälle gemeldet worden seien. 7 Menschen seien ernsthaft erkrankt.

Laut der Gesundheitsorganisation seien Fieber und möglicherweise auch Atembeschwerden die ersten Symptome der Krankheit.

Die infizierten Personen befänden sich in einem kritischen Zustand und seien unter Quarantäne gestellt worden.

Die Untersuchungen würden fortgesetzt, um weitere Fälle festzustellen. Bis dahin soll die Übertragung der Krankheit durch Hygienemaßnahmen reduziert werden.