Sechs Verurteilungen im Mafia-Prozess um illegales Glücksspiel in New Jersey

Veröffentlicht am: 23. September 2019, 12:33 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. September 2019, 12:50 Uhr.

Am Freitag wurden im US-amerikanischen Bundesstaat New Jersey sechs Männer wegen illegalen Glücksspiels und Geldwäsche verurteilt. Die Verurteilten sollen in enger Verbindung zu der New Yorker Mafia-Familie Genovese stehen.

Cape Kann, New Jersey
Im Bundesstaat New Jersey ist den Behörden ein Schlag gegen eine Mafia-Bande gelungen. (Bild: Pixabay/Bruce Emmerling)

Wie Generalstaatsanwalt Gurbir S. Grewal am Freitag in seiner Pressemitteilung [Seite auf Englisch] erklärte, wurden sechs Männer vor dem Obersten Gericht von Morris County verurteilt, die im Rahmen der „Operation Fistful“ wegen illegaler Wucherei, illegalem Glücksspiel und Geldwäsche angeklagt waren. Die Verurteilten unterstanden nach Angaben des Generalstaatsanwalts der in New York ansässigen Mafia-Familie Genovese und waren im Mai verhaftet worden.

Bei der „Operation Fistful“ handelt es sich um eine Kampagne, die gemeinsam von der New Jersey Division of Criminal Justice und der Waterfront Commission des New Yorker Hafens durchgeführt wurde. Unterstützung erhielten die Behörden in New Jersey dabei von New Yorker Anwaltskanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

Die Mafia-Familie Genovese gilt als eine der „Fünf Familien von New York“ und damit als eine der einflussreichsten Familien der amerikanischen Cosa Nostra. Im Jahr 2016 gelang der New Yorker Polizei ein bedeutender Schlag gegen die Mafia mit der Verhaftung des Capo der Genovese-Familie, Pasquale Parrello, zusammen mit 45 weiteren Mitgliedern der Cosa Nostra.

Den festgenommenen Mafiosi wurde unter anderem Erpressung, illegales Glücksspiel, Waffenhandel und Kreditkartenbetrug vorgeworfen. Pasquale wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Weitere Verhaftungen von Mitgliedern der Cosa Nostra gelangen den US-amerikanischen Behörden zuletzt unter anderem im März 2017, als 19 Mitglieder der Lucchese-Familie festgenommen wurden, und im Juli 2019 mit der Verhaftung von Mitgliedern des Inzerillo Mafia Clans.

Ein Großteil der Einnahmen im Fall der in New Jersey operierenden Mafia-Bande stammte laut

Hierarchie Mafia Cosa Nostra
Bei einem der Verurteilten, Vito Alberti, soll es sich um einen Soldier der Mafia-Familie Genovese handeln. (Bild: Wikipedia/MaEr)

Generalstaatsanwalt aus Scheckbetrug-Geschäften, die von Domenick Pucillo (61) angeführt wurden. Pucillo gehörte zusammen mit den anderen fünf Männern zu einer Bande, die in New Jersey unter der Kontrolle von zwei Mitgliedern der genuesischen Mafia-Familie operierte.

Bei diesen beiden Männern handele es sich um Vito Alberti, einen genuesischen „Soldato“ und um Charles „Chuckie“ Tuzzo, einen Underboss der New Yorker Mafia-Familie Genovese.

Während sich der Soldato (engl. soldier) in der Mafia-Hierarchie der amerikanischen Cosa Nostra auf der untersten Stufe befindet, gilt der Underboss als rechte Hand des Mafia-Bosses.

Die Verurteilungen im Überblick

Donald G. Collester Jr., Richter am Obersten Gerichtshof in Morris County, sprach die folgenden Verurteilungen aus:

  • Dominik Pucillo (61) aus Florham Park (New Jersey) wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt. Er bekannte sich zur Geldwäsche schuldig.
  • Robert Spagnola (72) aus Morganville (New Jersey) wurde wegen illegaler Geldwucher zu fünf Jahren Haft verurteilt.
  • Vito Alberti (60) aus Morristown (New Jersey) wurde wegen illegaler Geldwucher zu vier Jahren Haft verurteilt.
  • Manuel Rodriguez (54) aus Chatham (New Jersey) wurde wegen Geldwäsche zu vier Jahren Haft verurteilt.
  • Vincent Coppola (42) aus Union City (New Jersey) und Jerry Albanese (52) aus Scotch Plains (New Jersey) wurden wegen illegalen Glücksspiels zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Nach Erkenntnissen der Strafverfolgungsbehörden nahm die Verbrecherbande mit illegalen Darlehen Zinsen in Höhe von rund 4,7 Mio. US-Dollar ein. Das illegale Offshore-Glücksspielunternehmen, betrieben von Coppola und Albanese, soll ebenfalls mehrere Millionen US-Dollar eingespielt haben. Wie hoch der Profit genau ausfiel, ist nicht bekannt. Allein im Jahr 2011 soll die Bande mit ihren illegalen Glücksspielaktivitäten mehr als 400.000 US-Dollar Gewinn gemacht haben.

Kommissar Micheal Murphy äußerte sich zu den Verurteilungen wie folgt:

„Dieser Fall ist ein weiteres Beispiel für die konzentrierten Bemühungen der Waterfront Commission zusammen mit ihren Strafverfolgungspartnern, den Einfluss des organisierten Verbrechens in der Metropolregion zu unterbrechen. Die Genovese Verbrecher-Familie hat in der Vergangenheit Einfluss auf den Hafen von New Jersey ausgeübt. Die Beeinträchtigung ihrer Gewinne aus Glücksspiel, Wucherei und Geldwäsche schwächt den Einfluss der Familie.“

Ein weiterer Angeklagter, Abel Rodrigues (57) soll sich schuldig bekannt haben, nicht lizensierte Schecks eingelöst zu haben. Er wartet noch auf seine Verurteilung, die voraussichtlich am 7. Oktober erfolgt.