Illegales Krypto-Mining: Ukrainischer Geheimdienst beschlagnahmt 3.800 PlayStations

Veröffentlicht am: 13. Juli 2021, 03:13 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Juli 2021, 03:13 Uhr.

Der ukrainische Geheimdienst (SBU) hat eine illegale Mining-Farm für Kryptowährungen in der Stadt Winnyzja aufgedeckt. Die Kriminellen sollen auf einem Industriegelände monatelang Strom abgezweigt und damit Tausende elektronischer Geräte zum Schürfen von Krypto-Tokens betrieben haben.

PlayStations Krypto-Miene Ukraine
Der Geheimdienst beschlagnahmte 3.800 PlayStations. (Bild: Security Service of Ukraine)

Der SBU [Seite auf Englisch] sei den Krypto-Gräbern auf die Spur gekommen, nachdem in der Region ungewöhnlich hohe Mengen an Strom verbraucht, aber nicht bezahlt worden seien. Die Kriminellen hätten dazu die Stromzähler auf dem Gelände manipuliert.

Insgesamt hätte die monatliche Stromrechnung bei zwischen 157.000 und 219.000 Euro liegen müssen, erklärt der Geheimdienst. Durch das massenhafte Abzweigen von Strom habe das gesamte Stromnetz der Region kurz vor dem Zusammenbruch gestanden.

Eine der Möglichkeiten, neue Krypto-Währung zu generieren, ist das sogenannte „Schürfen“. Dazu werden hochleistungsfähige Computer benötigt, die Blockchains, also Pakete verschlüsselter Transaktions-Daten, entschlüsseln können. Derjenige, der diesen Prozess erfolgreich durchführt, erhält Krypto-Tokens, z.B. Bitcoins, als „Belohnung“.

Diese können dann gehandelt oder auch in Echtgeldwährung umgetauscht werden. Um Inflationen zu vermeiden, sind viele Krypto-Währungen grundsätzlich limitiert. Bitcoin beispielsweise ist auf 21 Millionen begrenzt. Sobald diese Menge existiert, können keine weiteren Bitcoins geschürft werden.

Laut dem SBU sei dies die größte illegale Krypto-Mine, die im Land je entdeckt worden sei. Die Beamten hätten 3.800 PlayStation-Konsolen, 500 Graphikkarten, 50 Prozessoren, mehrere Laptops sowie Handys beschlagnahmt.

Momentan hätten noch nicht alle Beteiligten identifiziert werden können. Auch werde noch geprüft, ob die Inhaber des Industriegeländes von der Mine gewusst oder in diese involviert gewesen seien könnten.

Immer mehr Krypto-Währung im Online-Glücksspiel

Wie viel und welche Krypto-Währung genau die Kriminellen auf dem Gelände generiert haben, geht aus der Meldung des SBU nicht hervor. Auch bleibt offen, ob die geschürften Tokens gehandelt oder gegen Geld eingetauscht worden sind.

Insgesamt bieten sich heute immer mehr Verwendungsmöglichkeiten für Krypto-Währungen. Auch in der Glücksspiel-Branche ist die Alternativ-Währung längst angekommen. Während Bitcoin und Co. vor allem durch Anonymität, Sicherheit und einfache Nutzbarkeit punkten, bleiben für Spieler sowie für die Online-Casinos jedoch auch Risiken.

Der internationale Verband für Sportwetten-Integrität (IBIA) rät daher zur Vorsicht beim Umgang mit Krypto-Währung im Glücksspiel. Häufig werde diese Zahlungsart auf unregulierten Märkten angeboten, was eine Gefahr für die Spieler darstellen könne. Für die Anbieter hingegen bestehe die Gefahr, dass ihre Plattformen für Krypto-Geldwäsche missbraucht würden.