Wegen Lizenz­verstößen: Strafen gegen Lottoland und Tipico in Europa

Veröffentlicht am: 26. September 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. September 2021, 02:58 Uhr.

Die europäischen Glücksspielbehörden gehen weiter energisch gegen illegales Glücksspiel und Verstöße gegen Lizenzbedingungen vor. Vergangene Woche verhängten die Aufsichten in Großbritannien und den Niederlanden Strafen in jeweils sechsstelliger Höhe gegen die Anbieter Lottoland und Tipico.

Gericht Hammer
Die Kommissionen verhängten hohe Geldstrafen (Bild: Pixabay/VBlock)

Zuerst traf es am Donnerstag das auf Malta registrierte Unternehmen EU Lotto, Betreiber der Zweitlotterie Lottoland. Die britische Glücksspielaufsicht UK Gambling Commission (UKGC) verurteilte die Firma zur Zahlung von 760.000 GBP (887.000 Euro).

Verstöße gegen Spielerschutz und Geldwäsche bei Lottoland

Grund für die Geldstrafe sind nach Auskunft [Seite auf Englisch] der UKGC Verstöße gegen die soziale Verantwortung sowie unzureichende Maßnahmen gegen Geldwäsche.

UKGC-Direktorin Helen Venn erklärte:

Dieser Fall, wie auch andere Durchsetzungsmaßnahmen der letzten Zeit, ist das Ergebnis gezielter Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften. Alle Beteiligten sollten sich darüber im Klaren sein, dass wir nicht zögern werden, hart gegen diejenigen vorzugehen, die die hohen Standards, die wir für die Verbraucher in Großbritannien erwarten, nicht erfüllen.

Nach mehrmonatiger umfangreicher Prüfung monierte die Kommission insbesondere, dass Lottoland beim Thema Spielerschutz erheblichen Nachholbedarf habe. Demnach würden Spieler lediglich per E-Mail auf mögliche Tools zum Selbstschutz hingewiesen. Zudem gebe es keine Hinweise darauf, dass Lottoland ausreichend Vorkehrungen getroffen habe, um gefährdete Spieler zu schützen.

Im Bereich Geldwäsche gebe es Versäumnisse bei der Prüfung von Neukunden und ihrer eingereichten Bankunterlagen. Hinzu komme, dass Spieler auf Dritte laufende Kreditkarten als Zahlungsmittel registrieren könnten.

Aufgrund der Schwere und Dauer der Verstöße beließ es die Behörde nicht bei der Geldstrafe. Die UKGC erteilte EU Lotto darüber hinaus eine förmliche Verwarnung für die zwischen Oktober 2019 und November 2020 festgestellten Missstände.

Als Reaktion auf die Strafe erklärte Lottoland-CEO Nigel Birrell, dass diese sich auf in der Vergangenheit begangene Fehler beziehe. Diese seien inzwischen beseitigt worden. Lottoland sei bestrebt, in Fragen von Geldwäscheabwehr und Spielerschutz höchsten Standards zu genügen.

Tipico in den Niederlanden auf dem Prüfstand

Neben Lottoland kommt auch der Sportwetten-Anbieter Tipico nicht um die von einer Glücksspielbehörde ausgesprochene Geldstrafe herum. Am Freitag gab die in den Niederlanden zuständige Kansspelautoriteit (KSA) bekannt, gegen die ebenfalls auf Malta beheimatete Tipico Co. eine Geldbuße in Höhe von 531.250 Euro verhängt zu haben.

Anlass hierfür sei das nicht lizenzierte Sportwetten-Angebot, das Tipico Spielern in den Niederlanden gemacht habe. Für diesen Verstoß verhängte die KSA einen Strafbefehl von 200.000 Euro.

Eine ähnliche Strafe sprach die KSA bereits Mitte Juli gegen einen Glücksspielanbieter aus. Damals war es der Online-Casino-Betreiber N1 Interactive Ltd, der aufgrund fehlender Lizenz in den Niederlanden des illegalen Glücksspiels bezichtigt wurde. Die Strafe betrug 500.000 Euro.

Die KSA erhöhte die Strafe gegen Tipico dreimal um jeweils weitere 75.000 Euro. Sie wirft dem Buchmacher Verstöße bei der Gewährung von Boni, eine unrechtmäßig erhobene Inaktivitätsgebühr sowie das Angebot von süchtig machenden Live-Wetten vor. Schließlich erhob die Behörde eine weitere 106.250-Euro-Strafe aufgrund unzureichender Alterschecks. Eine Stellungnahme des Sportwetten-Anbieters blieb bisher aus.