Umbruch bei Sportradar: Holpriger Börsengang und neuer Deal mit FanDuel

Veröffentlicht am: 22. August 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. August 2021, 01:57 Uhr.

Das Schweizer Sportdaten-Unternehmen Sportradar hat in dieser Woche mehrmals für Schlagzeilen gesorgt. Wie das Nachrichtenmagazin Bloomberg berichtet, habe der weltweit vernetzte Dienstleister für Sportmedien und die Sportwetten-Industrie am Dienstag die ersten Schritte für einen Börsengang in New York eingeleitet.

SportRadar FandDuel
SportRadar erneuert nach nicht nach Plan gelaufenem Börsengang seinen Deal mit FanDuel. (Bild: SportRadar)

In diesem Zuge werde aus dem bislang privatgeführten Unternehmen erstmals eine Aktiengesellschaft, an der Börse künftig unter dem Kürzel „SRAD“ gelistet. Die Entscheidung für diese Form des Börsengangs sei erfolgt, nachdem eine vielversprechende Fusion mit einer Special Purpose Acquisition Company (SPAC) gescheitert sei.

Bei sogenannten SPACs handelt es sich um gelistete Mantelgesellschaften, oder „Akquisitionsvehikel“, die zum Zeitpunkt ihres Börsenganges kein eigenes operatives Geschäft führen. Das Ziel der Unternehmen ist es, sich in bestehende privatgeführte Unternehmen einzubringen und mit diesen zu fusionieren. Für die kooperierenden Privat-Unternehmen wird so ein unkomplizierterer zeitnaher Börsengang ermöglicht, ohne sich in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln.

Als Platzhalter für den Aktienwert seien zunächst 100 Mio. USD angegeben worden. Dieser dürfte jedoch nachjustiert werden, erklärt Bloomberg. Aktuell halte der Gründer und CEO von Sportradar, Carsten Koerl, noch 34 % der Anteile. Den Löwenanteil halte das Canada Pension Plan Investment Board mit mittlerweile knapp mehr als der Hälfte der Anteile.

Wie sich der Börsengang auf die Gesamtheit der Aktien auswirken werde, sei ungewiss. Bislang führten die beiden New Yorker Investmentbanken JPMorgan Chase und Morgan Stanley die Liste der Käufer an. Ob der Börsengang sich positiv auf den Finanzhaushalt des Unternehmen auswirken wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Deal mit FanDuel bringt bis zu 200 Mio. USD ein

In der Zwischenzeit habe sich Sportradar jedoch im Rahmen einer verlängerten Partnerschaft mit FanDuel eine neue Finanzspritze sichern können, berichtete der Nachrichtensender CNBC am Donnerstag.

Der US-Wettanbieter habe eingewilligt, den Deal mit Sportradar zu erneuern und dabei zwischen 150 und 200 Mio. USD auf den Tisch zu legen. In einem Statement kommentiert CEO Koerl:

Sowohl Sportradar als auch FanDuel haben sich durch Investitionen in Innovationen und brandneue Produkte und Dienstleistungen als Marktführer etabliert und der verlängerte Deal ermöglicht es uns, weiter miteinander zu arbeiten und so das Angebot von FanDuel, insbesondere in Bereichen wie Live-Wetten, weiter auszubauen.

Sportradar erhoffe sich darüber hinaus, durch die Kooperation seine Position als Sportwetten-Datenlieferer am Markt zu festigen und somit trotz der emporkommenden Konkurrenz Marktführer zu bleiben. Ob das Unternehmen nach seinem Börsengang weiterhin Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.