Flutter Entertainment: Finanzielle Einbußen durch Spielerschutz-Maßnahmen in Großbritannien

Veröffentlicht am: 4. May 2022, 12:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. May 2022, 12:05 Uhr.

Der irische Glücksspiel-Konzern Flutter Entertainment hat im ersten Quartal 2022 auf dem britischen Markt einen Umsatzrückgang von 8 % verzeichnet. In den USA hingegen boomte das Geschäft mit einem Umsatzplus von 45 % in Q1 2022. Wie Flutter in seinem heute veröffentlichten Trading Update [Seite auf Englisch] erklärt, seien die Einbußen in Großbritannien und Irland vor allem den neuen Restriktionen zugunsten des Spielerschutzes geschuldet.

Paddy Power Wettbüro von Flutter Entertainment
Trotz einem Anstieg der Kundschaft verzeichnete Flutter Entertainment in Großbritannien und Irland 8 % weniger Umsatz. (Bild: Geograph/ad acta/CC BY-SA 2.0)

Diese hätten den Konzern mindestens 30 Mio. GBP (35,65 Mio. Euro) gekostet. Flutters Marken wie Betfair, Paddy Power, Tombola und SkyBet hätten in Erwartung einer neuen Glücksspiel-Gesetzgebung in Großbritannien bereits einige der von Politikern angekündigten Restriktionen und Maßnahmen eingeführt.

Umsatzrückgang trotz Kundenwachstum

Anhand der jüngsten Geschäftszahlen lasse sich nun abschätzen, wie sich die neuen Glücksspiel-Gesetze auf die lizenzierten Anbieter auswirken könnten. So seien insbesondere die Einkünfte aus dem Online-Glücksspiel stark eingebrochen. Habe Flutter in Q1 2021 noch 568 Mio. GBP durch Online-Sportwetten und -Casino eingenommen, seien es in Q1 2022 nur 453 Mio. GBP (-20 %) gewesen.

Die Anzahl der Spieler hingegen habe sich im selben Vergleichszeitraum um 15 % erhöht. Vor allem mit diversen Sonderaktionen hätten Flutters Sportwetten-Marken zuletzt viele Kunden anlocken können.

In Bezug auf die nahe Zukunft auf dem britischen Markt äußert sich Flutter-CEO Peter Jackson mit Vorsicht. Das Interesse der Kunden am Glücksspiel sei zwar unverändert groß, äußere Faktoren könnten die Zahlungsfreudigkeit jedoch negativ beeinflussen:

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Lebenshaltungskosten sich auf die Ausgaben der Kunden auswirken werden. Inwieweit dies unsere Geschäfte beeinträchtigen wird, müssen wir abwarten.

Für seine Kunden wolle Flutter weiterhin für maximale Unterhaltung sorgen. Vor allem neue und innovative Produkte sollen dazu beitragen, den britischen Glücksspiel-Markt vielfältig und interessant sowie gleichzeitig sicher zu gestalten.

Großes Potential auf dem US-Markt

Während Flutter auf dem britischen Markt mit diversen Hürden zu kämpfen habe, erlebe der Konzern auf dem deutlich jüngeren US-Markt derzeit einen bemerkenswerten Boom.

Mit seinen US-Marken FanDuel, Stardust, FOX Bet, PokerStars und TVG habe Flutter seine Umsätze von 288 Mio. GBP in Q1 2021 auf 429 Mio. USD in Q1 2022 erhöhen können. Die Anzahl der Spieler habe sich dabei um 43 % erhöht.

Auch außerhalb Großbritanniens, Irlands und der USA ist Flutter Entertainment mit verschiedenen Marken aktiv. Ein besonders erfolgreiches erstes Quartal habe der Konzern in Down Under verbucht. Die australische Marke Sportsbet habe ein Umsatzplus von 8 % generiert. Wachstum habe Flutter darüber hinaus auch in Kanada, Brasilien, Indien, Georgien und Armenien verzeichnen können. In Bezug auf die Umsätze habe Flutter International jedoch 5 % weniger Umsatz verbucht.

Damit habe Flutter in den USA mittlerweile mit 37 % den höchsten Marktanteil im Bereich Online-Sportwetten. FanDuel sei dabei jüngst als beliebteste Glücksspiel-App der USA ausgezeichnet worden.

Flutter sehe weiterhin großes Potenzial auf dem US-Markt. Das Unternehmen strebe in all jenen Staaten Lizenzen an, die den Weg für legales Online-Glücksspiel ebnen.