Spanien: Neues Gesetz zum Online-Glücksspiel geplant

Veröffentlicht am: 18. Dezember 2020, 11:57 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 18. Dezember 2020, 12:10 Uhr.

Die spanische Regierung hat in dieser Woche ein neues Gesetz zur Regulierung des Online-Glücksspiels auf den Weg gebracht. Der Entwurf soll in den nächsten Tagen zur Konsultation freigegeben werden. Ziel des neuen Gesetzes sei es, Maßnahmen zur Verbesserung des Selbstschutzes der Spieler und zur Förderung des verantwortungsvollen Spielens festzulegen.

Alberto Garzón, Verbraucherschutzminister Spanien
Spaniens Verbraucherschutzminister Alberto Garzón will ein neues Glücksspielgesetz auf den Weg bringen. (Bild: Flickr/En Comu Podem)

Am Mittwochnachmittag nahm der spanische Verbraucherschutzminister Alberto Garzón erstmals an der Versammlung des Ausschusses für verantwortungsvolles Spielen, dem Consejo Asesor de Juego Responsable (CAJR), teil.

Die Hauptfunktion des Consejo Asesor de Juego Responsable (CAJR) besteht darin, die spanische Glücksspielaufsicht (Dirección General de Ordenación del Juego, DGOJ) bei der Entwicklung von Spielerschutz-Maßnahmen zu unterstützen. Der CAJR besteht aus 25 Mitgliedern, unter ihnen Vertreter der Glücksspielbranche, Spielerschutzverbände, Psychologen und Akademiker. Geleitet wird der CAJR von Verbraucherschutzminister Garzón.

In der Versammlung teilte Garzón mit, dass er noch diese Woche einen Entwurf für ein königliches Dekret zum Online-Glücksspiel zur Konsultation vorlegen werde. Dabei handele es sich um ein umfassendes Regelwerk mit Maßnahmen zur Intervention und Kontrolle des Online-Glücksspiels, zur Spielsucht und zur Sensibilisierung für das sichere Online-Glücksspiel.

Er stellte dabei im Ausschuss klar:

Diese umfassende Vision, mit der der Prozess erfolgreich abgeschlossen werden kann, erfordert die Zusammenarbeit aller Agierenden.

Kommunen zur Verhinderung der Öffnung neuer Wettbüros aufgefordert

In Spanien ist das Online-Glücksspiel zentral geregelt. Spielhallen, Casinos, Wettbüros und Bingo-Hallen unterliegen jedoch der Regulierung durch die einzelnen autonomen Gemeinschaften. Daher bat Garzón alle autonomen Gemeinschaften gestern in einer Pressekonferenz in Barcelona um ihre Mithilfe.

Erst kürzlich zeigte die aktuelle Suchtstudie des spanischen Gesundheitsministeriums, dass die Spielsucht in Spanien sinkt. Gleichwohl appellierte Garzón an alle Kommunen, junge Menschen vor dem „spektakulären Wachstum“ der Wettbüros zu schützen, die „stark“ in die „gefährdeten Bevölkerungsschichten eindringen“ würden.

Den Plan der Bürgermeisterin Barcelonas, Ada Colau, die Öffnung weiterer Wettbüros zu verhindern, befürwortete der Verbraucherschutzminister ausdrücklich. Barcelona setze mit neuen Richtlinien auf die öffentliche Gesundheit.

Diese sehen einen Mindestabstand von 800 Metern zwischen Glücksspieleinrichtungen und Bildungseinrichtungen vor. Abzuwarten bleibt nun, ob weitere Kommunen dem Beispiel Barcelonas folgen und ihre Glücksspiel-Richtlinien weiter verschärfen werden.