Spanien: Online-Glücksspiel verzeichnet starke Einbrüche im vierten Quartal 2019

Veröffentlicht am: 2. März 2020, 11:01 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. März 2020, 11:13 Uhr.

Das Online-Glücksspiel in Spanien verzeichnete im Jahr 2019 ein Wachstum um rund 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im vierten Quartal allerdings gab es starke Umsatzeinbrüche, wie die von der Glücksspielbehörde Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ) veröffentlichten Zahlen zeigen.

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Das Online Glücksspiel in Spanien verzeichnete 2019 ein starkes Wachstum, aber Einrbüche in Q 4. (Bild: Pixabay/Gerd Altmann)

Umsatzeinbrüche beim Poker und bei Sportwetten

Wie die Quartalszahlen der DGOJ (Seite auf Spanisch) belegen, verzeichnete das Online-Glücksspiel in Spanien im Jahr 2019 Bruttoeinnahmen in Höhe von rund 748,5 Mio. Euro. Im vierten Quartal allerdings gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,1 Prozent auf 185,6 Mio. Euro zurück.

Dieser Rückgang sei laut DGOJ vor allem auf die Segmente Online-Sportwetten und Online-Poker zurückzuführen. Die Sportwetten verzeichneten einen Rückgang des Bruttoertrages um 10,7 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal und um 10,2 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2019. Die Einnahmen beliefen sich hierbei auf rund 89,9 Mio. Euro.

Nachdem der Online-Sportwetten-Markt in Spanien bereits im zweiten Quartal schwächelte, hatte er sich im dritten Quartal deutlich erholt. Gegenüber dem zweiten Quartal konnte zunächst ein Umsatzwachstum von 16,6 Prozent verzeichnet werden. Im dritten Quartal waren die Einnahmen auf 100,8 Mio. Euro gestiegen.

Beim Poker sind die Bruttoerträge im vierten Quartal 2019 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurückgegangen.

Konstantes Wachstum im Casino-Segment

Stark gestiegen dagegen sind die Bruttoerträge im Bereich der Online-Casinos. Im Casino-Segment gab es ein Wachstum von 8,6 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2019 und um 11,7 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2018. Die Einnahmen beliefen sich hierbei auf rund 72,3 Mio. Euro. Die DGOJ führte aus:

„Dieses Wachstum ist vor allem auf die [virtuellen, Anm. d. Verf.] Spielautomaten seit ihrer Inbetriebnahme 2015 zurückzuführen, die zu immer höheren Marktanteilen der Casinos geführt hat.“

Ebenso konstant wie das Wachstum der Online-Casinos sei auch die Zunahme der Spielerkonten. Die Anzahl der aktiven Nutzerkonten liege monatlich derzeit bei 972.724, was einem Wachstum von rund 13,3 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2018 entspricht. Monatlich gäbe es rund 301.432 neue Nutzerkonten. Vierteljährlich liege die Steigerung hierbei bei 18,5 Prozent.

Einen starken Anstieg verzeichnete die Behörde zudem bei den Marketing-Ausgaben, die von rund 35,5 Mio. Euro im dritten Quartal 2019 auf rund 56,8 Mio. Euro im vierten Quartal angestiegen seien.

Angesichts der kürzlich bekannt gegebenen Werbebeschränkungen für das Online-Glücksspiel dürften die Marketingausgaben spätestens ab dem zweiten Quartal 2020 massiv sinken.