Sicherheitsmitarbeiter erschießen bewaffneten Mann in einem Casino in Las Vegas

Veröffentlicht am: 4. Januar 2019, 02:13 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. Februar 2019, 09:11 Uhr.

Ein mit einer Pistole bewaffneter Mann wurde am Nachmittag des Neujahrstages 2019 im Station Casino der Green Valley Ranch in einem Vorort von Las Vegas von Mitarbeitern des Wachdienstes erschossen.

Mann mit Waffe
Bewaffneter Mann im Casino in Las Vegas erschossen. (Bild: pixabay.com)

Nach Angaben der Polizei sei der Mann, der später als Shannon Michael Howell (53) identifiziert werden konnte, am 1. Januar mit einer Waffe in der Hand durch die Casino Lobby gelaufen. Gäste des Casinos sollen daraufhin das Hotelmanagement informiert haben, das den Wachdienst alarmierte.

Drei Mitarbeiter des Wachschutzes wollten ihn zur Rede stellen, zwei von ihnen waren bewaffnet. Doch dann soll Howell seine Waffe auf sie gerichtet haben, woraufhin die Wachmänner gezwungen gewesen seien, auf den Mann zu schießen. Er erlag trotz zeitnaher medizinischer Hilfe noch im Casino seinen zahlreichen Schussverletzungen.

Keine weiteren Personen wurden verletzt, eine Evakuierung des Casinos wurde ebenfalls nicht durchgeführt.

Beobachtungen der Zeugen

Nach Zeugenangaben sei den tödlichen Schüssen ein Wortwechsel vorausgegangen. Kirk Moore vom Henderson Police Department Lt. sagte, es seien noch keine Details bekannt. Auch wisse man noch nicht, wie viele Schüsse abgefeuert worden seien und ob Howell ebenfalls geschossen habe.

Nancy Howard, eine Zeugin des Vorfalls, sagte:

„Plötzlich hörte ich die Leute laut rufen, dass hier ein Bewaffneter sei. Also sind mein Freund und ich aufgestanden und schnell auf den Parkplatz gelaufen. Ich bin so froh, dass uns nichts passiert ist und dass es nicht zum Schlimmsten gekommen ist.“

Auch das Station Casino des Green Valley Ranch Resorts [Seite auf Englisch] äußerte sich:

„Wir sind dankbar, dass unser Sicherheitsteam auf diese Situation so schnell reagiert hat und dass die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeiter gewährleistet ist. Wir danken auch der Polizeibehörde von Henderson, die uns unmittelbar nach dem Vorfall unterstützte. Wie immer werden wir mit ihnen während der laufenden Untersuchungen kooperieren.“

Ursachen des Vorfalls – ein Akt der Verzweiflung?

Mann, Bahnsteig
War die Tat ein Akt der Verzweiflung? (Bild: pixabay.com)

Heute wurden vom amerikanischen Fernsehkanal News3LV [Seite auf Englisch] neue Erkenntnisse bezüglich des tödlichen Zwischenfalls im Casino veröffentlicht.

Nach Aussagen von Freunden und Bekannten von Howell soll sich dieser in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben, nachdem er seinen Job als Barkeeper verloren hatte.

Sie sagten, dass sie ihn nie als gewalttätigen Mann erlebt hätten. Er sei im Gegenteil immer sehr freundlich gewesen.

Butch Davis, ein Nachbar von Howell, sagte in einem Interview:

„Es ist schrecklich. Er war ein guter Kerl. Für mich war er mehr ein Freund als ein Nachbar. Er hat auch gelegentlich mit meinen Kindern gespielt. Er war immer gut gelaunt und strahlte Optimismus aus. Ich habe nie bemerkt, dass er ein Problem haben könnte.“

Andere Bekannte sagten aus, dass Howell große Probleme hatte, eine neue Arbeit zu finden, nachdem er seine Anstellung als Barkeeper verloren hatte. Ihren Aussagen zufolge soll Howell von Obdachlosigkeit bedroht gewesen sein.

Davis sagte, er habe Howell über Weihnachten zum letzten Mal gesehen. Doch er haben nichts Auffälliges feststellen können. Er könne sich gar nicht vorstellen, dass Mike (unter diesem Namen kannte ihn Davis) eine Waffe auf jemanden richten könne.

Er äußerte auch seine Verwunderung über das Verhalten des Security Teams:

„Vielleicht haben sie zu übereilt gehandelt, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Mike versucht haben könnte, jemanden zu verletzen. Ich habe ihn noch nie mit einer Waffe gesehen.“

Fragen bleiben offen

Noch sind nicht alle Umstände des tragischen Zwischenfalls geklärt. Könnte es sein, dass die Wachleute zu übereilt reagiert haben?

Madalay Bay Hotel
Stephen Paddock erschoss vom Mandalay Bay Hotel aus 58 Menschen. (Bild: wikimedia.org)

Zeugen haben beobachtet, dass es einen Wortwechsel gegeben habe, bevor die Schüsse abgefeuert wurden.

Was gesprochen wurde, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Aufgrund mehrerer Zwischenfälle in der Vergangenheit, vor allem wegen des Amoklaufs im Oktober 2017, als der 64 Jahre alte Stephen Paddock vom Mandalay Bay Hotel aus 58 Menschen erschoss, scheinen die Sicherheitsmitarbeiter der Resorts und Casinos besonders sensibilisiert zu sein.

Oder war es Ausweglosigkeit, die den als freundlich bekannten Howell zum Äußersten trieb? Befand er sich in einer psychischen Ausnahmesituation?

Probleme im privaten oder beruflichen Umfeld können häufig die Auslöser für Taten sein, die Entsetzen, Fassungslosigkeit und Unverständnis hervorrufen.