Schweizer Casinos ab heute wieder geöffnet

Veröffentlicht am: 19. April 2021, 01:25 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 19. April 2021, 01:25 Uhr.

Casinos, Spielhallen, Kinos, Restaurants und Theater in der Schweiz dürfen ab heute ihre Pforten wieder öffnen. Auch Publikum bei Fußballspielen und Open-Air-Veranstaltungen ist zugelassen, berichten die Medien. Indes ist das öffentliche Leben in den Nachbarländern Deutschland und Frankreich weiterhin lahmgelegt.

Grand Casino Baden
Schweizer Casinos empfangen ab heute wieder ihre Gäste. (Bild: Grand Casino Baden)

Nach Angaben der Stuttgarter Zeitung sei die Wiedereröffnung, die unter Einhaltung strenger Auflagen erfolgen müsse, trotz steigender Infektionszahlen beschlossen worden. Die 14-Tage-Inzidenz in der Schweiz lag am 16. April pro 100.000 Einwohner bei 306.

Der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset erklärte allerdings letzte Woche, dass die Impfungen bereits Wirkung zeigten. Daher sei man bereit, mehr Risiken einzugehen. Derzeit seien 8,5 % der Schweizer vollständig geimpft.

Breite Wiedereröffnungen mit Einschränkungen

Auch wenn Restaurants, Kinos, Konzerthallen und Casinos öffnen dürfen, gelten strenge Vorgaben und Einschränkungen. So müssen die Abstandsregelungen eingehalten werden. An einem Tisch dürfen maximal vier Personen sitzen. Auch darf die Anzahl der Gäste die 50 nicht überschreiten. Bei Veranstaltungen im Freien sind 100 Personen erlaubt.

Casinos in der Schweiz empfangen heute die ersten Gäste

Nach vier Monaten Lockdown sind die Schweizer Spielstätten ab heute wieder geöffnet und erwarten ihre Gäste. So sagte der CEO des Grand Casino Baden und der Stadtcasino Baden Gruppe, Michael Böni, in einem Interview mit dem Online-Portal SchweizerAktien:

Also, wir haben jetzt vier Monate zugehabt. Seit dem 18. Dezember sind wir im Lockdown. Und jetzt können wir durch den Bundesratsentscheid einen Öffnungsschritt machen. Wir machen unsere Pforten auf mit einer reduzierten Anzahl Gäste.

Der Öffnungsschritt sei relativ kurzfristig und überraschend angekündigt worden. Zudem gebe es sehr viele Vorgaben. Auch beinhalte die Öffnung das Risiko, dass sie wieder zurückgenommen werden könne, wenn sich die Situation verschlechtere.

Den Lockdown habe das Casino Baden gut überstanden, erklärte Böni. Dennoch sei die Situation sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr schmerzhaft.

Böni erklärte:

Man muss sich das vorstellen: Viele sind seit dem 18. Dezember des letzten Jahres im Lockdown, viele weitere im Homeoffice. Seit man sich draussen wieder in kleinen Gruppen treffen darf, haben wir jetzt regelmässig am Nachmittag «Get togethers» organisiert, um den Kontakt auch persönlich wieder zu gewährleisten – natürlich unter Einhaltung aller Schutzmassnahmen. Das kommt bei den Teams sehr gut an.

Teile der Verluste durch Online-Casinos kompensiert

Böni sagte, dass sich die Umsatzeinbußen durch den Betrieb der Online-Plattformen Jackpots.ch und Pasino.ch nicht vollständig hätten kompensieren lassen. Allerdings hätten genügend Erträge generiert werden können, so dass der Betrieb nicht in die roten Zahlen gekommen sei.

Der CEO erklärte, dass das Casino Baden sein B2B-Geschäft weiter ausbauen wolle, auch im Ausland:

Die Märkte in Deutschland oder den Niederlanden beispielsweise sind für uns interessant, weil dort viele klassische Casinos vor der Herausforderung stehen, ein Online-Standbein aufzubauen. Sie dabei zu unterstützen, ist eines der Geschäftsfelder, die wir vorantreiben wollen und wo wir mit der Kombination aus technischem und Casino-Know-how ein Alleinstellungsmerkmal haben.

Böni enthüllte zudem, dass auf den Online-Plattformen derzeit auch ein umfangreiches Online-Poker-Angebot in Vorbereitung sei, das „in der Pokerszene so richtig einschlagen wird“. Zurzeit würden mit der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) die letzten offenen Punkte geklärt.