Saudi-Arabien investiert 1 Mrd. USD in Spiele­entwickler Embracer Group

Veröffentlicht am: 9. June 2022, 01:52 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. June 2022, 06:56 Uhr.

Der saudi-arabische Public Investment Fund (PIF) investiert weiterhin in die Games-Branche. Der Staatsfonds hat 1 Mrd. USD in Aktien der schwedischen Embracer Group investiert. Damit besitzt der PIF nun 8,1 % der Anteile des Spieleentwicklers. Dies gab die Embracer Group am Mittwoch in einer Pressemitteilung [Seite auf Englisch] bekannt.

Kamel, Controller, zwei Männer
Saudi-Arabien ist einer der größten Investoren im Gaming-Markt. (Bild: pixabay.com, casino.org)

Der Kauf der Embracer-Anteile stellt die neuste Investition dar, die Kronprinz Mohammed bin Salman, der den Staatsfonds verwaltet, getätigt hat. Nach Abschluss der Transaktion wird der PIF über seine Tochtergesellschaft Savvy Gaming Group der zweitgrößte Aktionär der Embracer Group sein.

Ziel Saudi-Arabiens sei es Medienberichten zufolge, die Wirtschaft des Landes zu diversifizieren, um weniger abhängig von Öleinnahmen zu sein. Erst letzten Monat erwarb der PIF 5 % der Anteile von Nintendo, eine Transaktion, die von der Community sowie von der Wirtschaft kritisch betrachtet wird, zumal der japanische Gaming-Konzern kommentiert haben soll, dass er erst aus den Medien von der Investition erfahren habe.

Nintendo Switch Konsole
5 % der Nintendo-Anteile gehören jetzt der arabischen Savvy Gaming Group. (Bild: pixabay.com)

Einige Analysten gehen davon aus, dass es sich bei den Investitionen um eine Art Finanz-PR handele, die von den Menschenrechtsverletzungen ablenken solle. Auch wurden Befürchtungen laut, dass die Gaming-Kultur weltweit negativ beeinflusst werden könne.

Investition unterstützt Expansionspläne der Embracer Group

Die Embracer Group bewertete den Deal mit dem PIF positiv. Wie Embracer-CEO und Gründer Lars Wingefors mitteilte, ermögliche die Investition der Savvy Gaming Group, die Strategie des Unternehmens auch weiterhin in der globalen Gaming-Branche fortzusetzen.

Wingefors führte aus:

In den letzten Jahren haben sich in Saudi-Arabien ansässige Unternehmen zu einem der bedeutendsten Investoren auf dem globalen Spielemarkt entwickelt, und der Spielemarkt in MENA ist einer der am schnellsten wachsenden der Welt, mit einem Umsatz von 5,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 und mehr aktiven Spielern als in den die USA oder Westeuropa.

Die Embracer Group wolle nun in Kooperation mit der Savvy Gaming Group einen Standort in Saudi-Arabien einrichten. Von dort aus sollen Investitionen in Form von Partnerschaften, Joint Ventures und Übernahmen in der gesamten MENA-Region (Anm. d. Red.: MENA steht für den Mittleren Osten und Nordafrika) getätigt werden.

Dass die Embracer Group starke Expansions-Ambitionen hegen dürfte, zeigt sich an den jüngsten Geschäften. So gab das schwedische Unternehmen erst letzten Monat die Übernahme eines großen Teils von Square Enix bekannt.

Durch den Deal wird Embracer Eigentümer von Crystal Dynamics, Eidos Montreal, Square Enix Montreal und einem Katalog von Blockbuster-Titeln, darunter Tomb Raider und Deus Ex. Nach Abschluss der Transaktion wird Embracer mehr als 120 Spieleentwicklerstudios unter einem Dach vereinen.