Rückzug von PokerStars aus China, Macau und Taiwan?

Veröffentlicht am: 1. September 2020, 11:15 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. September 2020, 11:38 Uhr.

PokerStars könnte vor dem Rückzug aus einigen bedeutenden asiatischen Glücksspielmärkten stehen. Am Montag berichteten Medien, dass der Online-Poker-Gigant seine Geschäftsaktivitäten in China, Macau und Taiwan mit sofortiger Wirkung einstelle.

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PokerStars könnte sein Asien-Angebot stark einschränken. (Bild: Pixabay/Free-Photos)

Die Gerüchte über das abrupte Aus machten zuerst in sozialen Netzwerken die Runde. So berichteten Spieler in Pokerforen, dass PokerStars das Ende seiner Aktivitäten in den asiatischen Ländern bereits für Anfang September angekündigt habe.

So heiße es in einer Nachricht des PokerStars-Kundendienstes:

Bitte beachten Sie, dass wir ab dem 1. September China, Taiwan und Macau verlassen werden. Um Auszahlungen für die Spieler zu erleichtern, wurden die folgenden Änderungen sofort vorgenommen:…

Unter anderem sei das Limit von Geldtransfers auf 50 USD festgelegt worden. Zugleich bekämen Spieler die Möglichkeit, neben bestehenden Optionen elektronische Geldbörsen wie Skrill oder Neteller zu nutzen, um Abhebungen zu vollziehen.

PokerStars ohne Lizenz in China

Ein wichtiger Grund für den plötzlichen Rückzug von den lukrativen Märkten könnte die fehlende rechtliche Grundlage der Geschäfte sein. So ist Online-Poker in keinem der Länder legal, sodass sich Spieler ausländischer Webseiten bedienen mussten, um bei PokerStars zu spielen.

Nicht zuletzt aufgrund des wachsenden Drucks aus dem Reich der Mitte, das seinen Kampf gegen das illegale Online-Glücksspiel kontinuierlich verstärkt, hatte PokerStars-Eigentümer Flutter Entertainment vor wenigen Tagen strengere Compliance-Richtlinien für seine Tochterunternehmen bekanntgeben.

Im Zuge der milliardenschweren Übernahme der Stars Group war auch PokerStars im vergangenen Mai in den Besitz von Flutter Entertainment übergegangen. Seitdem ist der Poker-Spezialist Teil des größten Glücksspielkonzerns der Welt. Das Unternehmen mit Marken wie Paddy Power, Betfair und FanDuel erwirtschaftete 2019 einen Gesamtumsatz von 2,14 Mrd. GBP (umgerechnet 2,4 Mrd. Euro).

Bei der Bereinigung konzentriere sich Flutter auf Teilbereiche der übernommenen Stars Group. Diese, zu denen offenbar auch das PokerStars-Geschäft in den betroffenen Ländern zählt, würden aus Compliance-Gründen nicht weiter fortgeführt, so Flutter in einer am 27. August veröffentlichten Erklärung.

Das Unternehmen schätze, dass die Abschaltung der Graumärkte und die Verstärkung von Anti-Geldwäsche-Maßnahmen sowie des Spielerschutzes jährlich rund 65 Mio. GBP kosten werde. Angesichts der auf diese Weise vermiedenen Konfrontation mit den chinesischen Justizbehörden scheint der Rückzug für den Konzern die bessere Alternative zu sein.