Online-Glücksspiel in Spanien: Aktuelle Studie zum Spielverhalten

Veröffentlicht am: 29. Mai 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. Juni 2021, 02:20 Uhr.

In Spanien hat das Online-Glücksspiel auch im Corona-Krisenjahr 2020 neue Rekorde erreicht. Wie eine aktuelle Studie der spanischen Glücksspielaufsicht zum Spielverhalten zeigt, stiegen die Ausgaben pro Kopf und Monat für das Online-Glücksspiel durchschnittlich um 18 %. Damit hätten sie erstmals die monatliche Ausgabenhöhe von 50 Euro überschritten.

Geld, Würfel, Karten
In Spanien sind die Ausgaben fürs Online-Glücksspiel 2020 gestiegen. (Bild: Pixabay)

Ausgaben fürs Online-Glücksspiel schnellen in die Höhe

Wie die Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ) in ihrem Bericht [Seite auf Spanisch] meldet, hätten die Ausgaben für das Online-Glücksspiel einen Pro-Kopf-Jahresdurchschnitt von 608 Euro erreicht. Dies entspreche konkret einer Ausgabe von 50,64 Euro pro Woche. Damit hätten sich die Ausgaben innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Im Jahr 2016 hätten sie noch bei 26 Euro pro Kopf und Monat gelegen.

Die Anzahl der aktiven Spieler sei 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 8,36 % angestiegen und habe rund 1,48 Mio. betragen. Bei 82,34 % handele es sich um Männer, während der Anteil der Frauen beim Online-Glücksspiel 17,66 % betragen habe. Das Durchschnittsalter der Spieler habe zwischen 18 und 45 Jahren gelegen.

Hinsichtlich der Ausgaben seien diese ebenfalls bei den Männern höher als bei den Frauen. So schreibt die DGOJ in ihrem Bericht:

„Die durchschnittlichen Nettoausgaben der Männer betrugen 655 Euro pro Jahr und die der Frauen 389 Euro. Hinsichtlich des Alters betrugen die höchsten durchschnittlichen Nettoausgaben 893 Euro jährlich und wurden von Spielern zwischen 36 und 45 Jahren getätigt.“

Besonders viel Zuwachs habe der Sektor des Online-Poker erfahren, dessen Spielerzahl um rund 15 % angestiegen sei, gefolgt vom Bereich der Online-Casinospiele mit einem Zuwachs von 12,5 Prozent.

Sinkende Spielbeteiligung während des scharfen Corona-Lockdowns

Während des scharfen Corona-Lockdowns sei die Teilnahme am Online-Glücksspiel im vergangenen Jahr zunächst massiv gesunken. So sei die Zahl der aktiven Spieler von etwa 629.000 im März 2020 auf rund 418.000 im April und 423.000 im Mai gesunken.

Am 13. März 2020 rief Ministerpräsident Pedro Sánchez in Spanien den Alarmzustand aus. Mit ihm ging eine strenge Ausgangssperre einher, während der lediglich Einkäufe von lebensnotwenigen Gütern wie Lebensmitteln und Medikamenten zugelassen waren. Spaziergänge und Sport im Freien zählten zu den verbotenen Tätigkeiten. Kindern war es mehr als sechs Wochen lang verboten, das Haus zu verlassen.

Im Rahmen des Alarmzustandes erließ das spanische Verbraucherschutzministerium ein Glücksspiel-Werbeverbot, das Werbung für das Online-Glücksspiel mit Ausnahme der Zeit zwischen 1:00 Uhr und 5:00 Uhr in allen Medien verbot.

Nach Beendigung des scharfen Lockdowns sei die Anzahl der aktiven Spieler dann kontinuierlich gestiegen, bis sie im Dezember eine Anzahl von rund 688.000 erreicht habe.