Las Vegas Sands beendet Online-Glücksspiel-Experiment
Posted on: 06/10/2025, 11:11h.
Last updated on: 06/10/2025, 11:11h.
- Las Vegas Sands hat die Schließung seiner Online-Glücksspiel-Sparte verkündet.
- Der Glücksspielkonzern verlor Millionen bei dem Projekt.
- LVS will sich künftig voll auf Casino-Resorts in Asien konzentrieren.
Das digitale Glücksspiel zählt in den meisten Regionen der Welt und für viele Betreiber zu den Treibern eines Branchenbooms. Doch es gibt Ausnahmen. Dazu gehört nun auch Las Vegas Sands, das vor wenigen Tagen die Schließung seiner Online-Glücksspiel-Sparte bekanntgab.

2021 hatte Las Vegas Sands begonnen, Millionen in den Bereich Online-Glücksspiel zu investieren. Mit den Geldern wurde der Aufbau eines Teams mit rund 400 Beschäftigten finanziert. Damit ist nun Schluss.
Das der Adelson-Familie gehörende Las Vegas Review-Journal veröffentlichte am Freitag ein entsprechendes Schreiben. Darin erklärt COO Patrick Dumont:
Letztendlich kamen wir zu einem Punkt, an dem sowohl die Geschäftsleitung als auch unser Vorstand zu der Erkenntnis gelangten, dass die weitere Verfolgung dieses Geschäftsbereichs nicht mehr mit den langfristigen Kernzielen des Unternehmens vereinbar war.
Für die Teammitglieder bedeutet dies das berufliche Aus in dieser Sparte. 150 der bis zu 400 Beschäftigten sind am Standort Las Vegas angestellt. Ob sich für sie anderen Positionen im Konzern finden, ist ungewiss.
Aus für eine halbherzige Online-Strategie
Das nun verkündete Aus bildet einen Schlussstrich unter die insgesamt eher halbherzigen Versuche des Glücksspielkonzerns, auf dem virtuellen Markt Fuß zu fassen. Las Vegas Sands, das von seinem Gründer Sheldon Adelson zu einem der größten Casino-Konzerne der Welt ausgebaut worden war, hatte dem Online-Bereich nie einen hohen Stellenwert eingeräumt.
Adelson galt als großer Gegner des Online-Spiels. Erst nach dessen Tod im Januar 2021 wurde die Strategie leicht modifiziert.
In den Folgejahren veräußerte das Team um LVS-CEO Robert Goldstein mehrere Beteiligungen in Las Vegas und erlöste dafür über 6 Mrd. USD. Die Einnahmen sollten unter anderem zur Stärkung des Online-Bereichs genutzt werden. Von dieser Strategie wich Las Vegas Sands allerdings bald wieder ab.
Stattdessen wurden Milliardensummen in die asiatischen Casino-Resorts gepumpt. Mit dem Marina Bay Sands ist der Konzern mit großem Abstand Marktführer in der Region Singapur. Diese Stellung wird durch weitere Investitionen in Milliardenhöhe gestützt.
Hinzukommen fünf Casino-Resorts in Macau. Die in Asien generierten Gelder sind längst zum wirtschaftlichen Standbein von Las Vegas Sands geworden. Deshalb dürfte die nun verkündete Schließung der Online-Sparte kaum Auswirkungen auf die aktuelle Finanzlage des Glücksspielunternehmens haben. Ob sich die Strategie langfristig auszahlt, bleibt allerdings abzuwarten.
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