Nevada will bei Marihuana-Lounges 500 Meter Abstand zu Casinos

Veröffentlicht am: 25. Mai 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. Mai 2019, 04:09 Uhr.

Seit dem 01. Juli 2017 ist Marihuana in Nevada legal. Doch die Konsumenten dürfen nicht an öffentlichen Orten rauchen. Cannabis-Lounges sollen nun Abhilfe schaffen. Diese müssen allerdings einen Mindestabstand zu Casinos, Schulen und Kirchen einhalten.

Marihuana-Raucher
Marihuana-Raucher sollen es in Las Vegas leichter haben (Bild: VaporVanity.com)

Nach der Legalisierung von Cannabis hat der US-Bundesstaat Nevada den Nutzern strenge Regeln auferlegt. So ist der Konsum von Marihuana an vielen Stellen verboten. Dazu zählen neben öffentlichen Plätzen und Parks auch Autos, Shopping-Malls, Hotels, Restaurants, Bars oder Clubs.

Die zahlreichen Casinos des Spielerparadieses fallen ebenfalls unter den behördlichen Bann. Bisher war es deshalb mit Ausnahme von privaten Wohnungen und Grundstücken kaum möglich, Cannabis legal zu konsumieren. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einer Geldstrafe von rund 600 US-Dollar rechnen.

Die Regelung machte es bisher insbesondere für Touristen fast unmöglich, auf legale Art einen Joint zu rauchen oder Cannabis auf andere Weise zu sich zu nehmen. Dies führte in der Vergangenheit in Las Vegas mehrfach zu Konflikten mit der Polizei, wenn sich Konsumenten über das öffentliche Rauchverbot hinwegsetzten.

Einführung von Cannabis-Lounges

Cannabis Shop
Cannabis gibt es in lizensierten Shops (Bild: Wikipedia)

Um der Kriminalisierung Einhalt zu gebieten, plant Nevadas Gouverneur Steve Sisolak die Einführung von Cannabis-Lounges, in denen Marihuana geraucht werden darf. Der Politiker der Demokraten befindet sich damit auf einer Linie mit Las Vegas’ Stadtregierung, die Anfang des Monats der Eröffnung von Cannabis-Lounges den Weg ebnete.

Allerdings werden die Lounges strikten Bedingungen unterworfen. Eine der wichtigsten Restriktionen ist dabei das geplante Mindestabstandgebot.

Demnach dürfen die Lokale nicht im Umkreis von 100 Metern um Kirchen, Parks oder Erholungseinrichtungen betrieben werden. Für Schulen und andere vorwiegend von Jugendlichen besuchte Orte werden 330 Meter gefordert, während rund um Casinos und Spielhallen sogar ein Mindestabstand von 500 Metern gilt.

Die Gesetzesinitiative wird von der Glücksspiel-Industrie skeptisch beurteilt. Sie befürchtet, dass Marihuana-Konsumenten den Casinos Schaden zufügen könnten. Deshalb fordert sie, dass die Politiker mit Bedacht vorgehen.

So sagte Virginia Valentine, Präsidentin der Glücksspiel-Organisation Nevada Resort Association:

“Wir würden lieber eine gut ausgearbeitete Verordnung sehen als eine überstürzte Lösung. Anstatt das Vorhaben vorschnell anzugehen, sollten wir abwarten, was der Gesetzgeber entscheidet und was die Berater des Gouverneurs empfehlen.”

Nach der gestrigen Ankündigung scheint es, als ob der Gouverneur sich eine Meinung gebildet hat. Der vorgesehene Mindestabstand zu Casinos könnte helfen, die Bedenken der Glücksspiel-Branche zu zerstreuen.

Legales Cannabis wird zum Milliardengeschäft

In den USA ist Marihuana in vielen Bundesstaaten legal. Den Anfang hatte Colorado gemacht, als es Marihuana im Jahr 2012 für legal erklärte. Inzwischen sind Verkauf und Konsum von Cannabis in limitierten Mengen in zehn Bundesstaaten erlaubt. Die Voraussetzungen: Die Beteiligten müssen über 21 Jahre alt sein und die Höchstmenge von einer Unze (28 Gramm) darf nicht überschritten werden.

Derzeit wird die Legalisierung in weiteren Staaten diskutiert oder vorbereitet. Zudem haben 33 Staaten den Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert. Kanada hat sich dieser Entwicklung ebenfalls angeschlossen und Marihuana 2018 für legal erklärt.

In den USA hat sich Cannabis mittlerweile zu einem milliardenschweren Markt entwickelt. So wurden in Colorado seit 2014 über sechs Milliarden US-Dollar mit Marihuana-Produkten erwirtschaftet. Allein im letzten Jahr lag der Umsatz bei 1,54 Milliarden US-Dollar. Das Geschäft lohnt sich auch für den Bundesstaat, der 2018 dank Cannabis 266,5 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Steuereinnahmen verbuchen konnte.

Experten gehen davon aus, dass die Branche in den USA bis 2021 Umsätze von bis zu 40 Milliarden US-Dollar erzielt und 400.000 Arbeitsplätze schafft.

Seit der Legalisierung gab es in Nevada einen wahren Ansturm auf die lizensierten Verkaufsstellen. Da diese der Nachfrage zeitweise kaum Herr wurden, verfügte Nevadas Regierung, dass die Geschäfte rund um die Uhr geöffnet sein dürfen, um die Käufer zu versorgen.

Die Befürworter der Cannabis-Legalisierung sehen sich durch diverse Umfragen bestätigt, nach denen ein Großteil der Bevölkerung für eine Legalisierung eintritt. So stellten die Meinungsforscher des Pew Research Centers 2018 bei einer landesweiten Befragung fest, dass 61 % die Aufhebung des Verbots begrüßen.

Die Einführung der Raucher-Lounges für Marihuana-Konsumenten dürfte dazu führen, dass die Nutzer Cannabis künftig zumindest in Nevada leichter genießen können.