Britisches Anti-Betrugsgesetz betrifft auch Glücksspielanbieter
Posted on: 03/09/2025, 12:27h.
Last updated on: 03/09/2025, 12:27h.
- Gesetz gegen Betrug seit 1. September in Großbritannien in Kraft.
- Unternehmen haften auch ohne Wissen der Geschäftsführung bei Verstößen.
- UKGC fordert die Anbieter auf, ihre Systeme zur Betrugsprävention zu überprüfen.
Seit dem 1. September 2025 gilt in Großbritannien das neue „Failure to Prevent Fraud“-Gesetz gegen Betrug. Unternehmen können nun haftbar gemacht werden, wenn Mitarbeiter oder Partnerbetriebe betrügerische Handlungen zum Vorteil der Firma begehen. Auch die Glücksspielindustrie ist aufgefordert, ihre Kontrollen deutlich zu verstärken. Die UK Gambling Commission informierte Lizenznehmer am selben Tag über das Inkrafttreten des neuen Straftatbestands.

Durch den neuen Straftatbestand geraten vor allem große Unternehmen in den Mittelpunkt, die finanziell von betrügerischen Aktivitäten ihrer Angestellten, Vertreter oder Tochtergesellschaften profitieren. Die Vorschrift erlaubt es, Unternehmen strafrechtlich zu belangen, auch wenn die Geschäftsführung nichts von den illegalen Handlungen wusste.
Als Beispiele gelten manipulierte Dokumente, unlautere Verkaufsmethoden sowie betrügerische Praktiken auf den Finanzmärkten. Lord David Hanson, zuständiger Minister für Betrugsbekämpfung, erklärte:
Betrug ist ein heimtückisches Verbrechen, und wir sind fest entschlossen, ihn überall dort zu bekämpfen, wo er auftritt. Diese Leitlinien sind der erste Schritt hin zu einem kulturellen Wandel in Unternehmen bei der Betrugsprävention.
Da Betrug inzwischen fast 40 Prozent aller gemeldeten Straftaten in England und Wales ausmacht, soll das Gesetz einen klaren Beitrag zur Eindämmung leisten. Laut britischer Regierung können auch kleinere Unternehmen von den empfohlenen Standards profitieren und ihre Risiken minimieren.
Konsequenzen für Glücksspielunternehmen
Die UK Gambling Commission hat Lizenznehmer dazu aufgefordert, ihre Präventionssysteme zu überprüfen und zu stärken. Zwar richtet sich die Regelung primär an große Konzerne, doch auch Glücksspielanbieter jeder Größe sollen robuste Strukturen aufbauen, um Missbrauch zu verhindern.
Die Kommission erinnert daran, dass Glücksspielunternehmen durch Geldwäsche oder manipulierte Transaktionen besonders anfällig für betrügerische Aktivitäten sind. Wer die Vorgaben ignoriert, riskiert erhöhte Aufsicht, Ermittlungen durch das Serious Fraud Office und erhebliche Geldstrafen.
Laut Ministerium können Firmen ihre Haftungsrisiken senken, indem sie klare Anti-Fraud-Strategien entwickeln, regelmäßige Risikoprüfungen durchführen und wirksame interne Kontrollsysteme pflegen. Nur wer nachweisen kann, angemessene Schutzmaßnahmen implementiert zu haben, hat im Ernstfall eine belastbare Verteidigungsbasis.
Nick Ephgrave, Direktor des Serious Fraud Office, ergänzte:
Unternehmensbetrug schadet massiv dem Vertrauen in britische Firmen und kostet am Ende den Steuerzahler. Mit der Veröffentlichung dieser Leitlinien läuft den Unternehmen die Zeit davon, ihre Strukturen in Ordnung zu bringen oder sie riskieren ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren.
Fachleute raten Glücksspielanbietern, sich frühzeitig juristisch beraten zu lassen, um Unsicherheiten in der Umsetzung zu vermeiden. Branchenbeobachter erwarten, dass erste Verfahren gegen säumige Unternehmen schon bald folgen könnten.
Großbritannien zieht die Zügel im Kampf gegen Betrug an. Gleichzeitig steigt der Druck auf Glücksspielanbieter, ihre internen Strukturen anzupassen. Sie müssen höchste Compliance-Standards gewährleisten, um den staatlichen Ansprüchen zu genügen.
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