Kurse britischer Wettanbieter fallen nach Kreditkarten-Bann

Veröffentlicht am: 15. Januar 2020, 09:50 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. Januar 2020, 10:36 Uhr.

Das am Montag von der britischen Glücksspielaufsicht verkündete Verbot der Nutzung von Kreditkarten beim Glücksspiel hat sich umgehend auf die Wettanbieter ausgewirkt. Ihre Aktien gaben an der Londoner Börse stark nach.

Börse London
An der Londoner Börse sanken die Kurse der Wettanbieter (Bild: Flickr/Jonathan Ball)

Zwar tritt der von der UK Gambling Commission (UKGC) verhängte Kreditkarten-Bann erst in drei Monaten in Kraft, doch die Börse reagierte sofort. So verloren die Aktien der führenden Anbieter zeitweise bis zu 8 % an Wert.

Das von der Glücksspielaufsicht angekündigte Kreditkartenverbot für Transaktionen im Glücksspiel soll am 14. April 2020 in Kraft treten. Der Bann trifft mit Ausnahme von landbasierten Lotterien alle Online- wie Offlinezahlungen. Neben Kreditkarten sollen auch Transfers via PayPal oder elektronische Geldbörsen (e-Wallets) untersagt sein.

William Hill größter Verlierer

William Hill wurde von dem Kursrutsch besonders stark getroffen. Die Kurse des Unternehmens sanken von 194 auf einen Tiefststand von 178 Pfund Sterling, ehe sie sich wieder leicht erholten.

Die Kursverfall ist für William Hill doppelt ärgerlich, denn am Montag hatten die Buchmacher noch mit positiven Geschäftszahlen auf sich aufmerksam gemacht. Demnach hätten 2019 Umsatz und Gewinn trotz der Schließung von rund 700 Wettbüros über den Erwartungen gelegen.

Aus diesem Grund rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben im Einzelhandelsgeschäft mit einem Betriebsgewinn von 50 bis 70 Millionen Pfund. Nach Bekanntgabe der guten Zahlen war der Kurs um gut 6 % nach oben geschossen, ehe er im Zuge des Kreditkarten-Banns einbrach.

Durch die Bank Kursverluste

Von dem Kursverfall wurden jedoch auch die übrigen börsennotierten Wettanbieter getroffen. Allerdings traf es sie nicht so stark wie die Konkurrenten von William Hill.

So gaben 888 Holding (von 157 auf 148 Pfund), Flutter Entertainment mit seinen Marken Paddy Power und Betfair (von 9.460 auf 9.060 Pfund) sowie die GVC Group mit ihrem Flaggschiff Ladbrokes (942 auf 901 Pfund) jeweils um bis zu 5 % nach. Doch auch sie erholten sich wieder, sodass die Tagesverluste zwischen 1 und 2 % lagen.

Die UKGC will im Laufe des Jahres prüfen, inwieweit das Verbot dazu beiträgt, die Spieler besser zu schützen. Ihr Vorsitzender Neil McArthur gibt sich überzeugt:

“Wir führen den Kreditkarten-Bann ein, (…) um Konsumenten zu schützen.”

Sollte die Maßnahme aus ihrer Sicht nicht ausreichend sein, dürften weitere Einschränkungen für die Glücksspielanbieter folgen.