Kursabsturz bei Bet-at-home trotz deutscher Sportwetten­konzession

Veröffentlicht am: 10. November 2020, 12:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. November 2020, 01:07 Uhr.

Die Aktie des Glücksspielunternehmens Bet-at-home (WKN: A0DNAY) befindet sich seit vergangenem Freitag auf Talfahrt. Anstoß für den Absturz bot eine Unternehmensmitteilung, die für das kommende Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang von rund. 13 Mio. EUR voraussagt.

Aktienkurs, Aktien
Die Bet-at-home-Aktie ist über das Wochenende massiv gefallen. (Bild: Pixabay/Csaba Nagy)

Anfang des Monats hatte die Mitteilung, dass Bet-at-home vom Regierungspräsidium Darmstadt die Sportwettenkonzession erhalten hat, zunächst für Euphorie unter den Anlegern gesorgt. Nach der Bestätigung des Unternehmens, die Lizenz erhalten zu haben, war der Aktienkurs von vormals 33,00 Euro am 3. November auf 38,35 Euro, am Folgetag sogar bis auf 39,05 Euro angestiegen.

Unternehmensmitteilung bremst Aktienhoch

Dann jedoch meldete Bet-at-home am 6. November, das Unternehmen habe das für den Erhalt der Sportwetten-Konzession notwendige Einzahlungslimit von 1.000 EUR pro Kunde umgesetzt. Dies sei notwendig, um die strikten Forderungen zu erfüllen, an die sich Lizenznehmer in der Übergangszeit bis zum Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 halten müssten.

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hatte am 1. Oktober die Übergangsregelung gelobt, jedoch die „unrealistisch enge Umsetzungsfrist“ kritisiert. So hätten Anbieter nur wenige Tage Zeit gehabt, schwierige technische Anforderungen zu erfüllen. Eine reibungslos verlaufende Übergangsfrist sei allerdings im Interesse des Spielerschutzes, denn sie erschwere die Abwanderung bestehender Kunden in den Schwarzmarkt.

Wie Bet-at-home in seiner Unternehmensmitteilung anmerkt, sei unter anderem aufgrund der Vorgaben der deutschen Sportwetten-Konzession und der Bedingungen während der Übergangsphase für die Erteilung von Lizenzen für Casino-Produkte mit Einschnitten der Umsatzentwicklung zu rechnen.

Zwar sei in Deutschland nun Rechtssicherheit gegeben, aber strenge Restriktionen könnten zu einem Rückgang des Brutto-Wett- und Gaming-Ertrages führen. Weiter heißt es in der Mitteilung:

Daraus leitet sich aus heutiger Sicht ein Rückgang im EBITDA von etwa 13 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021 ab.

Auf diese Mitteilung hin sank der Kurs der Bet-at-home-Aktie, der am Freitag 15:00 Uhr noch bei 38,90 Euro gelegen hatte, bis zum Montagmorgen, 9:00 Uhr auf 30,20 Euro und somit um mehr als 20 Prozent.

Mittlerweile hat sich der Kurswert zwar wieder bei rund 32,75 Euro eingependelt (Stand: 10.11.2020, 10:32 Uhr), ist aber noch weit von dem Hoch entfernt, das er nach der Ankündigung der Erteilung der Sportwettenlizenz erfahren hatte. Abzuwarten bleibt nun, ob sich der Kurs bei diesem Wert stabilisieren wird.

Dies ist angesichts der heute veröffentlichten Geschäftszahlen, die einen Netto-Wett- und Gaming-Ertrag von 73,5 Mio. Euro im Vergleich zu 87,9 Mio. Euro melden, nicht zu erwarten. Im gemeldeten Zeitraum sei das Wett- und Spielvolumen gesunken, während die Abgaben gestiegen seien.