Kampf gegen ille­gales Glücks­spiel in Is­land gescheitert?

Posted on: 06/11/2025, 04:20h. 

Last updated on: 06/11/2025, 08:32h.

  • In Island breitet sich illegales Glücksspiel laut Kritikern weiter aus.
  • Isländer sollen jährlich 250 Mio. Euro bei illegalen Anbietern verzocken.
  • Vermehrt Forderungen nach strikterer Kontrolle des Schwarzmarkts.

In Island mehren sich die Forderungen nach einer Verschärfung des Kampfes gegen illegales Glücksspiel. Kritiker monieren, dass die derzeitige Regulierung nicht ausreicht, um den Schwarzmarkt einzudämmen. Neben schärferen Gesetzen könnte es auch zu einer Neubewertung des herrschenden Duopols von Glücksspielanbietern im Land kommen.

Island-Symbol, Spielchips
Mehr Regulierung gefordert (Bilder: Pixabay/Florence EH)

In dieser Woche forderten Politiker und Spielerschützer die Parlamentarier auf, über eine Reform des Glücksspielgesetzes nachzudenken. Als Grund für eine bessere Überwachung und Regulierung von Glücksspielen führen die Initiatoren ihre Besorgnis über die öffentliche Gesundheit an. Diese sehen sie aufgrund der mangelnden staatlichen Aufsicht über illegale Angebote akut bedroht.

Unterstützung finden die Kritiker in den Reihen der Regierung in Person der Gesundheitsministerin Alma D. Möller. Diese führt eine Studie an, der zufolge Isländer alljährlich rund 250 Mio. Euro bei illegalen Anbietern verspielen.

Die Regierung leitete bereits Maßnahmen gegen die wachsende Herausforderung des Problemspiels ein. Erst vor wenigen Wochen verabschiedete das Gesundheitsministerium den Beschluss für eine erstmalig staatlich finanzierte Therapie der Spielsucht.

Die Viertelmilliarde Euro wird demnach bei nicht lizenzierten Online-Betreibern aus dem Ausland gesetzt. Diese unterlaufen damit das Angebot der beiden einzigen genehmigten Glücksspielunternehmen des Landes.

Fehlende Strategie gegen den Schwarzmarkt

Trotz Kenntnis des Problems tut die Regierung nach Ansicht der Kritiker nicht genug, um das illegale Glücksspiel zurückzudrängen. So gebe es kaum staatliche Anstrengungen zur Verhinderung der Anmeldung bei den Offshore-Anbietern. Auch Geldflüsse würden nur unzureichend kontrolliert. Hinzukämen zu geringe Strafen für die illegalen Akteure.

Allerdings wendet sich die Gesundheitsministerin gegen eine Ausweitung des Lizenzmodells. Anstatt der Generierung neuer Steuereinnahmen müsse der Schutz der Bevölkerung im Mittelpunkt stehen.

Möller erklärte dazu:

Geld von einer Branche anzunehmen, die Sucht ausnutzt und so schwerwiegende Folgen haben kann, ist moralisch einfach nicht akzeptabel.

In welche Richtung sich die angestoßene Debatte im Parlament entwickelt, ist unklar. Für die Abgeordneten geht es nun unter anderem darum, über die Einrichtung einer übergeordneten Glücksspielbehörde zu befinden.

Als weitere Maßnahmen stehen Werbebeschränkungen oder bessere Finanzkontrollen im Raum. Mit Entscheidungen in dieser Hinsicht ist allerdings frühestens im kommenden Jahr zu rechnen. Bis dahin könnte sich das illegale Online-Glücksspiel in Island weiter ausbreiten.