Neue Führung, neue Spiele: Große Pläne für Belgiens Casino Oostende

Veröffentlicht am: 29. Juli 2021, 04:28 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. Juli 2021, 04:28 Uhr.

Die Spielbank in der belgischen Küstenstadt Ostende soll das Spielangebot der anderen drei Casinos in der Region Flandern künftig deutlich übertreffen. Unter neuer Führung durch den Glücksspiel-Unternehmer Jürgen De Munck würden in Kürze auch der Gastronomie-Bereich ausgeweitet und drei Profisport-Clubs gesponsert, berichtet das Nachrichtenportal Het Laatste Nieuws [Seite auf Niederländisch].

Casino Kursaal Ostende Casino Oostende
Das Casino in Ostende soll unter neuer Leitung um- und ausgebaut werden (Bild: PxFuel/CC0)

De Munck habe insgesamt 6,7 Mio. Euro an die Stadt gezahlt, um das Casino betreiben zu dürfen, welches bislang in der Hand der französischen Groupe Partouche gewesen sei. Darüber hinaus bezahle er fortan eine jährliche Konzessionsgebühr von 675.000 Euro, die es ihm ermögliche neben dem landbasierten Glücksspiel auch ein zur Spielbank gehöriges Online-Casino zu betreiben.

Die Groupe Partouche wurde im Jahr 1906 gegründet und gehört heute zu den größten Casino- und Entertainment-Konzernen Europas. In Frankreich betreibt die Gruppe insgesamt 39 Casinos, in der Schweiz ist sie die Betreiberin des Casino Genf (Casino du Lac Meyrin), über welches seit November 2020 auch Online-Casinospiele angeboten werden dürfen. Lange Zeit war die Groupe Partouche auch im Bereich Poker aktiv. Von 2008 bis 2012 fand die jährliche Partouche Poker Tour statt und bis 2013 betrieb der Konzern eine Online-Poker-Plattform, die jedoch wegen „mäßiger Rentabilität“ eingestellt worden war.

De Munck Ziel sei es, das Casino Oostende zum attraktivsten Casino der Region Flandern zu machen. Dafür werde zunächst der Ambassador’s Saal des Casinos umgestaltet. Dieser solle in einen klassisch luxuriösen Spielsaal mit Fokus auf das Tischspiel umgewandelt werden.

Mit in dem großen Spielsaal sollen auch ein neues Restaurant und eine Champagner-Bar öffnen. Darüber hinaus sei eine VIP-Ecke mit 80 neuen Spielautomaten geplant. Derzeit befinden sich im gesamten Casino 240 Geldspielgeräte. Das Spielautomaten-Angebot solle insgesamt deutlich ausgeweitet werden, erläutert De Munck:

Es sollen weitere 320 Spielautomaten in einen eigens dafür vorgesehenen neuen Spielsaal kommen, der direkt an ein hippes Bistro angrenzt. Insgesamt soll es hier mehr Spielautomaten geben als in allen Küsten-Casinos zusammen.

Der neue Casino-Boss habe darüber hinaus zugesichert, die gesamte 80-köpfige Belegschaft nicht nur zu übernehmen, sondern auch deren Gehälter zu erhöhen.

Die Stadt Ostende und ihre Sportvereine sollen profitieren

Für das Casino Oostende habe sich De Munck schon seit Jahren interessiert, schreibt die Zeitung Écho. Frühere Verhandlungen mit der Groupe Partouche und der Glücksspielbehörde seien jedoch gescheitert.

Den Einstieg in die Welt der Casinos habe der Unternehmer 2014 geschafft, als er das Grand Casino de Dinant in der belgischen Region Wallonien übernahm, welches vorher ebenfalls unter der Leitung der Groupe Partouche stand.

Für ihn sei jedoch wichtig, bei jedem Casino-Standort die lokalen Besonderheiten zu bewahren. Die Stadt Ostende und insbesondere ihre Sportvereine sollen daher ebenfalls von den Casino-Investitionen profitieren.

Während sich die Stadt über zu erwartenden höheren Abgaben freuen dürfe, sollen drei Profisport-Clubs durch direkte Sponsoren-Partnerschaften unterstützt werden. Gesponsert würden fortan der Fußball-Erstligist Koninklijke Voetbalclub Oostende (KVO), der Profi-Basketball-Club Filou Oostende und das Frauen-Volleyball-Team Hermes Volley Oostende.

Ob die großangekündigten Pläne des Unternehmers tatsächlich allesamt umgesetzt werden, dürfte sich in naher Zukunft zeigen.