Erneuter Lockdown: Glücksspiel­verbände fordern Unterstützung von europäischer Politik

Veröffentlicht am: 3. November 2020, 11:58 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. November 2020, 12:04 Uhr.

Der Europäischen Verband der Unterhaltungsautomatenwirtschaft (EUROMAT) hat am Montag die Regierungen in ganz Europa dazu aufgefordert, den Glücksspielsektor zu unterstützen. Aufgrund der Corona-bedingten Schließungen sei es notwendig, sowohl die Glücksspiel-Unternehmen als auch deren Angestellte zu fördern. Diese Haltung teilt auch der Verband der Wett- und Glücksspielbranche Betting and Gaming Council (BGC), der die Casino-Schließungen in Großbritannien gestern scharf kritisierte.

Spielhalle
Die europäischen Glücksspielverbände fordern die Unterstützung des Sektors vonseiten der Regierungen. (Bild: Flickr/www.sommer-in-hamburg.de)

In vielen Ländern Europas, darunter Deutschland, Spanien, Großbritannien, Belgien und Frankreich, bleiben die Casinos und Spielhallen aufgrund von erneuten Corona-Lockdowns derzeit geschlossen.

Ganz Europa verzeichnet zurzeit einen erneuten massiven Anstieg der Coronavirus-Neuinfektionen. Im Wochenvergleich sind die Neuinfektionen mit Stand vom 3. November um 25 % gestiegen. Somit beläuft sich die Zahl der bestätigten Coronafälle europaweit auf mehr als 10,8 Mio. Um die zweite Welle zu bremsen, haben viele Regierungen Maßnahmen, wie die Schließung von nicht-essenziellen Geschäften, Sperrstunden, die Schließung von Bars, Restaurants, Freizeit- und Glücksspieleinrichtungen, beschlossen und sind damit vielerorts auf Kritik vonseiten der Wirtschaft gestoßen.

EUROMAT-Präsident Jason Frost fordere die Regierungen Europas angesichts der Schließungen nun zum schnellen Handeln auf. Die in den Ländern eingeführten Maßnahmen sollten kohärent sein und die Glücksspielbranche gegenüber anderen Sektoren nicht benachteiligen.  Zudem sollten die Regierungen sowohl hinsichtlich der Schließungen als auch der Wiedereröffnungen mit dem Glücksspielsektor zusammenarbeiten.

Frost führte aus:

Seit Beginn der Krise an hatten die Sicherheit und die Gesundheit unserer Kunden und unseres Personals oberste Priorität. Daher haben wir in Sicherheitsmaßnahmen investiert, um den sicheren Betrieb ab dem Zeitpunkt der Wiedereröffnung […] zu garantieren.

Die Sicherheit der Corona-Schutzmaßnahmen in den Glücksspieleinrichtungen hatte zuletzt auch der Verband der Wett- und Glücksspielbranche Betting and Gaming Council (BGC) hervorgehoben. Der Verband reagierte damit auf die Ankündigung der Schließungen der Casinos und Spielhallen in Großbritannien ab dem 5. November.

Britische Regierung verlängert Unterstützung von Beschäftigten

Der BGC hatte die Entscheidung von Premierminister Boris Johnson, Casinos, Spielhallen und Wettbüros bis mindestens Anfang Dezember zu schließen, scharf kritisiert. Die Casinos hätten strenge Schutzmaßnahmen eingeführt und seien sicher, es mache daher keinen Sinn, diese zu schließen.

Am Montag kündigte die Regierung nun an, das Job-Hilfsprogramm zu verlängern und somit Beschäftigte, die von den Corona-bedingten Schließungen betroffen seien, einen weiteren Monat zu unterstützen. Der BGC begrüßte diese Entscheidung.

Gleichwohl, so forderte BGC-Chef Michael Dugher, sollten die Glücksspieleinrichtungen angesichts ihrer umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen sofort nach dem Lockdown wieder öffnen dürfen.