Bericht: Österreich vor neuem Glücksspielgesetz
Posted on: 17/11/2025, 09:09h.
Last updated on: 17/11/2025, 09:09h.
- In Österreich könnte es bald ein neues Glücksspielgesetz geben.
- Laut Medienberichten soll das Vorhaben kommendes Jahr umgesetzt sein.
- Spielerschutz beim Online-Glücksspiel im Fokus.
Seit Jahrzehnten herrschen in der Alpenrepublik monopolartige Verhältnisse beim Spiel ums Geld. Das könnte sich in naher Zukunft allerdings ändern. Medienberichten zufolge dürfte bereits im kommenden Jahr in Österreich ein neues Glücksspielgesetz in Kraft treten.

Am Montagmorgen meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA, dass ein entsprechender Gesetzentwurf schon in der kommenden Woche eingebracht werden könnte. Demnach haben sich die beiden Koalitionspartner ÖVP und SPÖ für eine neue Regulierung ausgesprochen.
Eine Umsetzung soll dann bereits in der ersten Hälfte 2026 erfolgen. Tatsächlich drängt die Zeit, denn die bestehenden Lizenzen für Lotterien, Online-Glücksspiel und Casinos laufen 2027 aus.
Besonders das Online-Glücksspiel ist in Österreich von monopolistischen Strukturen geprägt. Bisher dürfen lediglich die Österreichische Lotterien über ihre Plattform win2day Glücksspiel im Internet anbieten. Trotzdem ist besonders im Bereich der Sportwetten eine Vielzahl weiterer Betreiber auf dem Grau- und Schwarzmarkt des Landes aktiv.
Kritiker hatten wiederholt eine Beendigung des Glücksspielmonopols gefordert. Sie argumentieren, dass dem Staat dadurch jährlich hohe Millionensummen entgehen, da ein Großteil der nicht lizenzierten Anbieter im Land keine Steuern entrichtet.
Spielerschutz im Fokus
Zentraler Bestandteil der künftigen Gesetzgebung soll ein umfassender Spielerschutz sein. Diesem will die Regierung besonders beim digitalen Spiel nachkommen.
Im Gespräch könnte dabei ein mit Deutschland vergleichbares System sein. Hierzulande können sich Nutzer über das OASIS getaufte Sperrregister anbieterübergreifend vom Glücksspiel ausschließen.
Wenig bekannt wurde über die mögliche Einrichtung einer Glücksspielbehörde zur Regulierung des Sektors. In Ländern wie Deutschland oder auch Irland stand die Bildung einer solchen Institution am Anfang der Reform des Marktes.
Vor den Koalitionspartnern liegt noch eine gehörige Wegstrecke, bis ein umfassendes Gesetz formuliert werden kann. So gilt es beispielsweise zu klären, wie viele Lizenzen für das landbasierte und Online-Glücksspiel vergeben werden sollen. Beobachter rechnen damit, dass das herrschende Monopol zumindest im Online-Bereich abgelöst werden dürfte.
Ebenfalls diskutiert werden müsste die Abwehr illegaler Anbieter. Österreichs Nachbarland Schweiz greift dabei bevorzugt auf Netzsperren der missliebigen Online-Casinos und -Sportwetten zurück. Wie Österreich damit und zu weiteren Fragen der Regulierung umgeht, könnte sich bereits in der kommenden Woche zeigen.
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