Junket-Kontakte: Australische Glücksspiel­behörde verhängt 1 Mio. AUD Strafe gegen Crown Resorts

Veröffentlicht am: 24. Dezember 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. Dezember 2021, 06:36 Uhr.

Die Glücksspielkommission des australischen Bundesstaates Victoria, die Victoria Commission for Gambling and Liquor Regulation (VCGLR), hat gegen den Glücksspiel-Konzern Crown Resorts eine Geldstrafe in Höhe von 1 Mio. AUD (640.000 Euro) verhängt. Der Casino-Betreiber soll die Junket-Regeln missachtet haben, berichtete Reuters [Seite auf Englisch] am Donnerstag.

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Crown Resors muss 1 Mio. AUD Strafe wegen unerlaubter Kontakte zu Junkets zahlen. (Bild: crownresorts.com.au)

Die Strafe soll sich auf Ereignisse in den Jahren 2015 und 2016 beziehen. Crown soll seine regulatorischen Verpflichtungen missachtet haben, indem Kontakte mit einem Junket-Betreiber gepflegt worden seien, die von der Behörde als ungeeignet erachtet gewesen seien.

Konkret erklärte die VCGLR, Crown habe seine geschäftliche Beziehung zu dem Junket und seinen Partnern nicht umgehend beendet, obwohl dies offiziell angeordnet worden sei.

Die Geldbuße in Höhe von 1 Mio. AUD ist derzeit die höchstmögliche Strafe, die von der Regulierungsbehörde verhängt werden kann. Allerdings sei laut Reuters in diesem Monat ein Gesetz verabschiedet worden, das es ermöglichen soll, die Strafe auf 100 Mio. AUD zu erhöhen.

Das Casino haben es zudem versäumt, die Behörde über die Kooperation mit dem Junket-Betreiber mit Sitz im Ausland zu unterrichten, bevor das Junket-Programm begonnen habe. Um welches Junket-Unternehmen es sich dabei genau gehandelt habe, sei von der Behörde nicht mitgeteilt worden.

Crown war in den letzten zwei Jahren einer Welle von Überprüfungen ausgesetzt. Ermittlungen in NSW, Victoria und Westaustralien wurden eingeleitet, nachdem die Nachrichtenportale The Age, der Sydney Morning Herald und 60 Minutes im Jahr 2019 die Beziehungen des Unternehmens zu Junket-Betreibern untersucht hatten.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei den in Asien ansässigen Junkets um kriminelle Syndikate handelte. Als Ergebnis der Untersuchungen wurden Crown härtere Lizenzbedingungen auferlegt und der Vorstand des Unternehmens ausgetauscht. Die victorianische Regulierungsbehörde hat zudem kürzlich Junkets im Bundesstaat verboten.

Höhe der Strafe spiegelt die Schwere des Vergehens wider

Der VCGLR-Vorsitzender Ross Kennedy sagte, die Höhe der Geldbuße spiegle die Schwere der Angelegenheit wider. Crown habe den Anweisungen der Behörde, die Beziehung zu den Junkets sofort einzustellen, nicht umgehend Folge geleistet.

Weiter erklärte Kennedy:

Die VCGLR erwartet von seinen regulierten Unternehmen, dass sie die regulatorischen Anforderungen proaktiv einhalten, und es werden weiterhin entschlossene Maßnahmen gegen diejenigen ergriffen, die die Anweisungen der Aufsichtsbehörde vorsätzlich missachten.

Gegen Crown liegen noch weitere Vorwürfe vor, die von der VCGLR untersucht werden. Möglicherweise müsse der Glücksspiel-Konzern mit weiteren Geldstrafen rechnen.

Die Ermittlungen gegen Crown Resorts in jedem der Bundesstaaten, in denen das Unternehmen tätig ist, werden voraussichtlich zu weitreichenden regulatorischen Veränderungen in Australien führen.