Niederlande: Spielhallen stehen vor aufwendiger Umwälzung

Veröffentlicht am: 10. Februar 2021, 12:47 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. Februar 2021, 12:47 Uhr.

Die Vorbereitungen für das neue Online-Glücksspiel-Gesetz in den Niederlanden laufen auf Hochtouren. Mit dem Gesetz wird jedoch nicht nur erstmals das Online-Glückspiel legalisiert, sondern es werden auch neue Anforderungen an die Betreiber von Spielhallen und Spielautomaten im Gastgewerbe gestellt.

Spielautomat
Auf niederländische Spielhallen-Betreiber kommt ein großer Mehraufwand zu (Bild: Pixabay)

Die niederländische Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA) hat diesbezüglich am Mittwoch ihren Wegweiser für Spielhallen aktualisiert [Seite auf Niederländisch]. Darin erinnert die Behörde ihre Lizenznehmer daran, sich auf die Maßnahmen vorzubereiten, die ab spätestens 1. Oktober fest etabliert sein müssten.

Großer Aufwand auch für kleine Spielanbieter

Gemäß den im neuen Glücksspielgesetz formulierten Regelungen werden die Betreiber von Spielautomaten deutlich mehr Aufwand betreiben müssen als bisher. Dies ist unabhängig von der Anzahl der Spielgeräte und gilt somit auch für die Inhaber kleiner Bars und Cafés, in denen mindestens ein Automat aufgestellt ist.

Für jeden Anbieter von Spielautomaten besteht ab dem 1. Oktober eine Informationspflicht gegenüber den Kunden. Jeder Spieler soll dem Gesetz zufolge in „klarer und verständlicher Weise“ über die folgenden Punkte aufgeklärt werden:

  • Welche Personen keinen Gebrauch von den Glücksspielen machen dürfen
  • Welche spezifischen Merkmale die angebotenen Glücksspiele haben (bspw. Auszahlungsquoten).
  • Welche Spielsuchtrisiken von den spezifisch angebotenen Spielen ausgehen.
  • Was verantwortungsvolles Glücksspiel auszeichnet.
  • Welche Suchtpräventionsmaßnahmen der Anbieter umsetzt.
  • Wie das Spielverhalten der Kunden registriert wird und wie mit den Daten umgegangen wird.
  • Welche Suchthilfeangebote es in den Niederlanden gibt.
  • Wie sich Spieler gänzlich vom Glücksspiel ausschließen können.

Die Anbieter müssen dabei nicht nur ihre Kunden über die genannten Aspekte informieren, sondern über ihre Maßnahmen und Risikoanalysen Buch führen und gegenüber den Behörden Bericht erstatten.

Wie die niederländische Presse berichtet, beklagen die Inhaber kleinerer Spielstätten, dass dieser Aufwand unverhältnismäßig groß sei. Auch hätten viele Betreiber von Spielautomaten die Sorge geäußert, eine große Anzahl von Kunden zu verlieren. Grund dafür seien die umfangreichen Kontrollen, die ab Oktober durchgeführt werden müssten.

Der gläserne Kunde

So listet das neue Glücksspielgesetz eine Reihe von Daten, die jeder Betreiber von jedem einzelnen Kunden vor Einlass in die Spielstätte erfassen muss. Ebenso wie bei der Anmeldung auf lizenzierten Online-Glücksspiel-Webseiten müssen Kunden Namen, Geburtsdatum, Geburtsort, Adresse, Telefonnummer, E-Mail und Sozialversicherungsnummer angeben.

Damit dieser Prozess nicht bei jedem Besuch wiederholt werden muss, muss der Betreiber diese Daten einmalig an die Glücksspielaufsicht weiterleiten. Anschließend schickt diese eine Kunden-spezifische Spieler-Identifikationsnummer zurück. Diese muss der Kunde dann bei jedem weiteren Besuch vorlegen, damit der Betreiber kontrollieren kann, ob sich der Kunde auf der Selbstausschlussliste „CRUKS“ befindet.

Eine weitere neue Pflicht für alle Automatenanbieter ist die Interventionspflicht im Falle problematischen Spielverhaltens der Kunden. Die Betreiber müssen daher das Spielverhalten der Kunden beobachten und registrieren. Sollten sich erste Anzeichen einer Spielsucht präsentieren, muss der Kunde gezielt auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht werden.