Die Gaming Innovation Group (GIG) hat den deutschen Sportwettenanbieter Nordbet übernommen. Dieser verfügt über eine der seltenen und heiß begehrten deutschen Lizenzen aus Schleswig-Holstein. Für einen Kaufpreis von 500.000 Euro haben die Rechte an Nordbet nun den Eigentümer gewechselt.

Ein Fußball liegt auf Euroscheinen als Sinnbild für Sportwetten

GIG darf jetzt Sportwetten in Deutschland anbieten. (Bild: ingame.de)

GIG darf bis 2019 in Deutschland Sportwetten anbieten

Bei Nordbet handelt es sich um ein Hamburger Unternehmen, das zurzeit jedoch stillliegt. Einen Spielbetrieb übernimmt GIG somit also nicht, dafür aber die wichtige Lizenz von Nordbet. Diese erhielt Nordbet 2013 vom Bundesland Schleswig-Holstein. Mit der neuen Lizenz darf GIG vorläufig bis Februar 2019 Sportwetten in Deutschland anbieten. Es besteht jedoch die Möglichkeit einer Verlängerung.

Schleswig-Holstein hatte im Rahmen einer innovativen und liberalen Glücksspielgesetzgebung von 2011 bis 2013 mehrere Lizenzen für Online Sportwetten und Online Casinos vergeben. Diese sind auf sieben Jahre ausgelegt. Bei den Lizenzen handelt es sich bisher um die einzigen legalen Zulassungen in Deutschland. Streng genommen gelten sie nur für eine Geschäftsaktivität in Schleswig-Holstein, sodass Anbieter sich eigentlich nur an Spieler aus diesem Bundesland richten dürfen und nur Einwohner Schleswig-Holsteins auf den betreffenden Seiten spielen dürfen.

GIG will Fußball-Weltmeisterschaft für sich nutzen

Die Nordbet Übernahme kommt zu einer günstigen Zeit für GIG. Mitte Juni beginnt die Gruppenphase der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Dieses Highlight für jeden Sportfan und Online Spieler will das Unternehmen nutzen und sein Angebot darauf zuschneiden. So sollen in Kürze drei neue Produkte im Bereich B2B für Sportwetten gelauncht werden.

Von der Lizenz verspricht sich GiG nicht nur den Eintritt in den deutschen Markt, sondern auch den Zugang zu wichtigen Zahlungsdienstleistern, die mit in Deutschland lizenzierten Glücksspielanbietern zusammenarbeiten. Mit der Einbindung beliebter Online Zahlungsmethoden in Deutschland will die Gaming Innovation Group mehr deutsche Kunden ansprechen und ihr Online Casino und Sportwetten Angebot besser bewerben und vermarkten. Geschäftsführer Robin Reed sagte in der offiziellen Pressemitteilung des Unternehmens:

„Wir haben große Ambitionen für unser Sportwettenangebot. Dieses wird durch den Launch dreier neuer B2B Sportwetten-Produkte in der ersten Hälfte dieses Jahres vorangetrieben. Dieses Konzept wollen wir mit bekannten und beliebten Zahlungsdienstleistern kombinieren, sodass unser Sportangebot für Deutschland noch wettbewerbsfähiger wird, vor allem angesichts der bevorstehenden FIFA Weltmeisterschaft im Juni.“

Skandal um GIG im Jahr 2015

Die Gaming Innovation Group wurde 2012 gegründet und stammt ursprünglich aus den USA. Sie betreibt ihr Geschäft jedoch hauptsächlich von Malta aus. Seit 2013 ist GIG börsennotiert und wird unter anderem an der Osloer Börse gehandelt. Das Unternehmen ist vor allem für ihre iGaming Cloud Software bekannt. Außerdem betreibt die Gruppe die Online Casinos Rizk, SuperLenny und Guts. Als jüngstes B2C Produkt ist 2017 das Online Casino Highroller.com dazugekommen, das sich trotz seines Namens nicht etwa auf Highroller spezialisiert hat, sondern eine computerspielähnliche Umgebung bietet, in der Spieler mit der Zeit das gesamte Spielumfeld erkunden und freischalten können.

Das GIG Online Casino Guts musste sich 2015 allerdings nach einem Urteil des Amtsgerichts München vom deutschen Markt zurückziehen. Das Gericht hatte damals einen 25-jährigen Online Spieler aus München zu einer Geldstrafe verurteilt und seine Gewinne eingezogen, nachdem er bei Guts Online Blackjack gespielt hatte. Entscheidend war hierbei, dass das Casino nicht über die passende behördliche Genehmigung aus Deutschland für dieses Angebot verfügt hatte.