Australische Finanzaufsicht leitet Verfahren gegen CBA-Bank wegen Fehlverhalten bei Glücksspielsucht ein

Veröffentlicht am: 17. März 2020, 12:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. März 2020, 12:21 Uhr.

Die australische Finanzaufsichtsbehörde ASIC hat an diesem Montag ein Verfahren gegen die Commonwealth Bank of Australia (CBA) eingeleitet. Ein CBA-Kunde konnte offenbar seine Kreditlinie erhöhen, obwohl er der Bank mitgeteilt hatte, dass er von Glücksspielsucht betroffen sei.

Commonwealth Bank, CBA, Australien
Die australische Commonwealth Bank (CBA) erwarten Strafen wegen der Missachtung der Glücksspielsucht eines Kunden. (Bild: Flickr/Matthew Paul Argall)

Die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) (Seite auf Englisch) teilte in ihrer gestrigen Pressemitteilung mit, beim Bundesgericht Klage gegen die CBA eingereicht zu haben. Ein einem der Fälle, um die es dabei geht, habe die Bank gegen die Vorschriften zur verantwortungsvollen Vergabe von Krediten verstoßen.

Kreditkartenzahlungen beim Glücksspiel in Australien umstritten

Obwohl der Kunde David Harris der Bank mitgeteilt habe, dass er unter problematischem Spielverhalten leide, habe dieser seine Kreditlimits mehrfach erhöhen können. Unter Tränen soll Harris vor Gericht geschrieben haben, wie er immer wieder versucht habe, Teile des Kredites abzuzahlen, um dann doch wieder Geld für das Glücksspiel auszugeben und auf einen Gewinn zu hoffen.

In Australien steht derzeit ein mögliches Kreditkartenverbot für Glücksspiele zur Diskussion. Im Dezember vergangenen Jahres leitete die Australische Bankenvereinigung ABA eine öffentliche Befragung zum Thema Kreditkarten und Glücksspiel ein, um zu erwarten, ob die Bevölkerung ein Verbot befürworten würde. Viele australische Banken schließen allerdings schon jetzt Glücksspieltransaktionen per Kreditkarte für ihre Kunden aus.

Nach Ansicht der Finanzaufsichtsbehörde habe es die Bank versäumt,

„… angemessene Untersuchungen und Überprüfungen der finanziellen Verhältnisse von Herrn Harris durchzuführen, bevor sie die Erhöhung seines Kreditlimits bewertet habe.“

Monatlichen Kreditkartenauszügen zufolge würde Harris entsprechend seiner derzeitigen finanziellen Situation 138 Jahre brauchen, um seine Schulden zurückzuzahlen und er würde insgesamt 270.000 US-Dollar Zinsen zahlen müssen. Damit habe die Bank gegen die gesetzlichen Bestimmungen des National Credit Act verstoßen.

Die CBA erklärte, die Vorwürfe zuzugeben und nicht gegen die Klage vorgehen zu wollen. Die Bank habe sich gegenüber diesem Kunden nicht korrekt verhalten und bitte um Entschuldigung.

Welche Strafe die CBA erwarten wird, wird der Bundesrichter nach weiteren Stellungnahmen der Bank sowie der Finanzbehörde festlegen. Ein Fall wie dieser könnte zudem dazu beitragen, die Diskussion um ein Kreditkartenverbot für das Online-Glücksspiel in Australien erneut anzuheizen.