Geständnis: US-Gamer FaZe Banks betrieb Offshore-Glücksspiel­plattform

Veröffentlicht am: 12. Mai 2020, 11:57 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. Mai 2020, 12:17 Uhr.

FaZe Banks (27, bürgerlich Ricky Banks), Eigner der US-amerikanischen E-Sport-Organisation FaZe Clan, hat in einem Podcast erklärt, in der Vergangenheit Millionen mit dem Betrieb einer Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO)-Glücksspielseite verdient zu haben. Das Angebot von Skin Betting habe dazu gedient, Gelder zum Aufbau eines CS:GO-Teams zu generieren.

CS:Go Waffe Ägypten
FaZe Banks will mit einer CS:GO Glücksspielseite Millionen gemacht haben (Quelle:pexels.com/Avgustina)

200.000 Dollar am Tag

In der aktuellen Ausgabe des Podcasts BADNWZ [Audio auf Englisch] erklärt Banks, kräftig am zeitweise extrem populärem Skin Betting beim Multiplayer-Ego-Shooter Counter-Strike mitverdient zu haben.

Als Betreiber einer mittlerweile abgeschalteten CS:GO-Glücksspielwebseite habe er täglich Umsätze von bis zu 200.000 US-Dollar verzeichnen können. Um welche Plattform es sich gehandelt habe, ließ Banks offen.

CS:GO-Spieler können die Ästhetik des Spiels gegen Geld mit sogenannten Skins aufwerten. Mit verbesserter Skin-Qualität stieg auch die Nachfrage, was dazu führte, dass sie sich als Online-Währung etablierten. In der Folge entstanden diverse, teils betrügerische, Glücksspiel-Plattformen, die Skins als Zahlungsform akzeptierten. Insbesondere Skin Betting, das Wetten auf CS:GO-Ereignisse, erfreute sich über einen langen Zeitraum großer Beliebtheit.

Die Idee ins Glücksspielgeschäft einzusteigen, so Banks, sei ihm und weiteren FaZe-Clan-Mitgliedern gekommen, als sie im Jahr 2016 ein neues CS:GO-Team aufbauen wollten, wofür ihnen jedoch rund 1 Mio. USD gefehlt hätten.

Gemeinsam hätten sie entschlossen, eine Skin Betting-Plattform zu errichten. Hierfür habe die Gruppe einige Monate auf der Karibikinsel Antigua verbracht, auf der der Betrieb von Glücksspielseiten unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sei. Zu diesen gehöre auch ein Wohnsitz in der ehemaligen britischen Kolonie.

Waffen und Geld

Die Vorgänge auf Antigua beschreibt FaZe als „verdammt verrückt“:

Wir haben das ganze Anwesen gekauft, hatten Leute mit Waffen … dieser Ort war verdammt verrückt. Wir sind im Privatjet dorthin geflogen, haben uns mit dem Mann zusammengesetzt, der das Land regiert und ihm im Grunde hunderttausend Dollar bezahlt, und dann hat er uns die Lizenz gegeben.

Banks betont, dass der Betrieb der Glücksspielseite trotz der ungewöhnlichen Umstände absolut legal gewesen sei. Auch die Abwicklung der Unternehmung nach nur wenigen Monaten sei regelkonform verlaufen.

Es ist davon auszugehen, dass FaZe Banks als einer der reichweiten- und einflussstärksten Vertreter der US-Gaming-Szene auf das Erzählen der Anekdote verzichtet hätte, ginge er davon aus, dass ihm etwas anzukreiden sei. Nichtsdestotrotz wirft das Geständnis ein Schlaglicht auf eine oft kritisierte Nähe von Gaming und Glücksspiel und dürfte somit weiter für Gesprächsstoff sorgen.