Experten sprechen sich gegen Wetten auf US-College-Sport aus

Veröffentlicht am: 25. Juli 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. Juli 2020, 01:25 Uhr.

Wetten auf professionelle Sportveranstaltungen sind mittlerweile in vielen Bundesstaaten der USA legal. Dass auch Wetten auf den US-College-Sport erlaubt werden könnten, geht vielen Experten allerdings zu weit.

Ein Stadion mit Besuchern
College-Sport begeistert in den USA ein Millionenpublikum. (Pixabay)

So spreche sich unter anderem Heather Lyke, Athletik-Direktorin der University of Pittsburgh, gegen die Aufnahme von College-Sportveranstaltungen ins Wettportfolio von Buchmachern aus. Dies hat das US-Nachrichtenportal Trib Live [Link auf Englisch] am Donnerstag berichtet.

Nachdem der US-Supreme Court im Mai 2018 ein Verbot von Sportwetten in den USA gekippt hat, haben mittlerweile 18 US-Staaten Sportwetten legalisiert. In vielen weiteren Staaten werden Gesetze zur Legalisierung von Sportwetten derzeit diskutiert oder sollen in näherer Zukunft in Kraft treten.

Mehrheit der Universitäten gegen Sportwetten

Lyke habe sich bei einer Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Senats am Mittwoch zum Thema geäußert. Ihr zufolge seien die Mitglieder des College-Sportverbands ACC gegen die Wetten auf den Universitätssport, unter ihnen Athletik-Direktoren, Fakultätsmitglieder und College-Sportler.

Große Bedenken bestünden vor allem hinsichtlich der Integrität der Spiele. Es werde befürchtet, so Lyke, dass College-Sportler in Versuchung kämen, Gelder von Betrügern und Manipulatoren anzunehmen.

Diese hätten es heutzutage besonders leicht, an Spieler heranzutreten:

Wenn Sie ein Buchmacher waren (vor Social Media), mussten Sie einen Weg finden, um mit dem Sportler in Kontakt zu treten. Sie mussten in einem Stadion sitzen und beobachten, wie sie zu ihrem Auto, oder über den Campus gingen (…). Mit Mobilgeräten können sie ihnen jetzt einfach auf jeder Social-Media-Plattform folgen. Die zunehmende Verbreitung von Online-Wetten macht es einfach so unkompliziert, Ihr College-Football-Stadion in ein Mini-Casino zu verwandeln.

Aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse seien College-Sportler zudem eher für „finanzielle Verlockungen“ anfällig als professionelle Sportler. Aus diesem Grund müsse den Wetten kritisch begegnet werden.

Legaler Markt als Instrument gegen Wettmanipulation?

Bill Miller, Präsident und CEO der American Gaming Association (AGA), habe am Mittwoch ebenfalls vor dem Ausschuss ausgesagt.

Seiner Meinung nach könne nur ein legaler Markt für College-Sportwetten dem Betrug vorbeugen. Schon jetzt würden über illegale Offshore-Buchmacher Wetten im Wert von Milliarden US-Dollar auf den College-Sport platziert.

Dies und die Verführbarkeit von jungen Sportlern seien Argumente für eine strenge Kontrolle. Diese sei nur auf einem legalen Markt möglich.