Krise gut gemeistert: Deutsche Spielbanken blicken zuversichtlich in die Zukunft

Veröffentlicht am: 24. June 2022, 09:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. June 2022, 09:12 Uhr.

Der Deutsche Spielbankenverband (DSbV) hat am Donnerstag die Umsatzzahlen für das erste Quartal 2022 veröffentlicht. In einer Pressemitteilung signalisierte die DSbV-Vorstandsvorsitzende Kerstin Kosanke Zuversicht im Hinblick auf das Restjahr 2022.

Roulette-Rad
Deutsche Spielbanken generieren wieder mehr Umsatz. (Bild: casino.org)

Der Casino-Branche sei ein guter Re-Start nach der Corona-Pandemie geglückt. Im ersten Quartal 2022 habe das Ergebnis knapp 8 % über dem der ersten drei Monate im Jahre 2019 gelegen.

Zwar sei der Jahresbeginn noch von der Pandemie geprägt gewesen, es gebe aber Anzeichen, dass die Zahlen von 2019 erreicht werden könnten. Was die kommenden drei Monate betreffe, so werde ein Bruttospielertrag auf prä-pandemischem Niveau erwartet.

Dazu werde unter anderem beitragen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Pandemie weiter in den Häusern gehalten worden seien. Zwar habe die Notwendigkeit bestanden, den Geschäftsbetrieb einzuschränken und die Angestellten in Kurzarbeit zu schicken, coronabedingte Entlassungen habe es aber nicht gegeben.

Dealer, Blackjack
Während der Pandemie kam es nicht zu Entlassungen. (Bild: pexels.com)

Massive Verluste im Jahr 2021

Ein weniger optimistisches Bild zeichnete der DSbV noch Anfang des Jahres, als die Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 veröffentlicht wurden. Diese seien durch massive coronabedingte Einbußen gekennzeichnet gewesen.

So meldete der Verband einen Rückgang von 566,4 Mio. Euro im Jahre 2020 auf 505,8 Mio. Euro. Dies entspreche einem Abfall von 10,75 %. Die Besucherzahl sei 2021 laut DSbV 2.456.580 gesunken. Im Jahre 2020 seien noch 3.343.081 Gäste gezählt worden.

Die Freiheit genießen

Kosanke zog einen Vergleich mit dem Home-Office zu Zeiten der Pandemie. Dies sei eine Brückenstrategie gewesen, um Notlagen zu meistern. Ebenso hätten die Menschen das Online-Glücksspiel genutzt.

Ähnlich wie beim Tourismus werde sich ebenfalls das Spiel im Casino entwickeln, erklärte Kosanke:

Auch das Reisen geht wieder los. Die Menschen wollen wieder raus und die zurückgewonnene Freiheit nutzen, um mit anderen etwas zu unternehmen. […] Ähnlich ist es beim Glücksspiel. Home Gaming war in der Corona-Zeit ein Ausweg. Doch wer Ambiente, Lebensart und Spielkultur schätzt, kommt zurück in die stationären Casinos.

Zudem hätten derzeit laufende Rückzahlungsverfahren gegen Online-Glücksspiel-Betreiber für Verunsicherung bei den Spielerinnen und Spielern gesorgt. Casino-Anbieter im Internet ohne gültige Lizenz könnten den Casino-Besuchern nicht die gleiche Zuverlässigkeit bei Spielablauf und Finanztransaktionen wie konzessionierte Spielbanken bieten.

Casino, Spieltische
Online-Casinos bieten nicht das Ambiente der Spielbanken. (Bild: baden-baden.com)

Dennoch müsse zwischen unerlaubten Anbietern und jenen, die auf der Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) über eine Lizenz verfügten, differenziert werden, räumte Kosanke ein. Die DSbV-Vorstandsvorsitzende kündigte für die zweite Jahreshälfte eine erste Einschätzung des GlüStV mit Blick auf die Online-Angebote an.

An dieser Stelle seien die Länder gefordert, weitsichtig zu agieren und das stationäre Spiel durch eine sensible Landespolitik der Lizenzvergabe zu flankieren. Erste Schritte in diese Richtung seien bereits eingeleitet worden.

So werde Nordrhein-Westfalen maximal fünf Konzessionen für Online-Casinos erteilen. Das Bundesland Thüringen werde selbst ein Spielangebot erstellen, um maximale Sicherheit für die Spieler zu gewährleisten. Wie diese Spielangebote der Bundesländer gestaltet sein werden, wurde allerdings noch nicht näher erläutert.