Nachdem die Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg die Logeo Lotterie am 14. Februar 2017 ins Leben gerufen hatte, beschloss der Aufsichtsrat nun, das geobasierte Lottospiel Logeo Lotto wieder einzustellen, da dieses Produkt wirtschaftlich nicht rentabel ist.

Tablet mit Logeo Lotto App

Logeo Lotto wird von der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg eingestellt (Bildquelle: Lotto.de)

Die Grundidee von Logeo Lotto war, das Gemeinschaftsgefühl der Nachbarschaften zu stärken. Mit dem Slogan „Gemeinsam tippen, gemeinsam gewinnen“ ging das Projekt an den Start. Ein weiterer Faktor war der Gedanke, dass der Hauptgewinner auch etwas Gutes für sein Umfeld tun kann. In anderen Ländern wie Norwegen oder Spanien hatte dieses Konzept bereits großen Erfolg.

Auch der enorme Hype um das geobasierte Spiel Pokémon Go und die wachsende Beliebtheit von Geocaching gaben Anlass zur Prognose, dass die Idee erfolgreich sein würde. Daher ging auch Lotto Baden-Württemberg mit Zuversicht an den Start.

Die Bezeichnung des Spiels LOGEO setzt sich zusammen aus „Lotto“ und „GEO“, also den Geokoordinaten, die der Ermittlung des Gewinners dienen.

Was ist Logeo Lotto?

Die Teilnahme an der Logeo Lotterie erforderte die Angabe der Meldeadresse. Für die Ermittlung des Gewinners wurden dann Koordinaten elektronisch per Zufallsgenerator gezogen. Am 13. März 2017 fand die erste Ziehung statt.

Wer mitspielen wollte, erhielt in einer der 3.200 Annahmestellen im Bundesland einen Spielerpass. Ebenso war das Spiel per App oder online möglich, nachdem der Spieler sich bei Lotto.de einen Account angelegt hatte.

Die Adresse, die den Koordinaten dann am nächsten war, konnte sich über den Hauptgewinn in Höhe von 100.000 Euro freuen. Die weiteren Gewinnklassen waren grafisch in Kreisen dargestellt, in deren Mitte der Hauptgewinner ist.

Das bedeutete, dass sich auch die Nachbarn, die an der Geo Lotterie teilgenommen haben, über einen Gewinn zwischen fünf und 5.000 Euro freuen konnten.

Insgesamt wurden 1.300 weitere Gewinner für die Gewinnklassen 2-5 ermittelt. Dabei galt, dass der Gewinn jeweils höher ausfiel, je näher man an der Adresse des Hauptgewinners wohnte.

Da bei den staatlichen Lotterien auch das Gemeinwohl profitieren soll, floss ein Teil der Erträge in die Bereiche Sport, Kultur und Kunst. Der Hauptgewinner konnte auch mitbestimmen, welche Einrichtung in der Nachbarschaft gefördert werden sollte.

Logeo Lotto wird eingestellt

Dieses Projekt ist in den skandinavischen Ländern sehr erfolgreich. Auch in Großbritannien hat die PostCode Lottery, die auf einem ähnlichen Konzept basiert, viele Fans.

Bei der PostCode Lottery zahlt der Spieler monatlich zehn Pfund ein, gibt seine Postleitzahl an und kann dann an zehn Ziehungen teilnehmen. 32 % der Einsätze kommen gemeinützigen Projekten zugute.

Allerdings blieb in Baden-Württemberg der erwartete Erfolg aus. Das Bundesland sollte als Pilotprojekt an den Start gehen.

Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland interessierten sich ebenfalls für das neue Lotto Konzept, wollten aber erst abwarten, wie sich das Proekt entwickeln würde.

Der Aufsichtsrat hat am Montag, den 16. April beschlossen, die Geo Lotterie einzustellen. Der Geschäftsführer Georg Wacker sagte dazu:

„So charmant die Spielidee von einer geobasierten Lotterie war, so wenig rechnete sich das Produkt.“

Zur Begründung der Entscheidung sagte er, dass es mindestens 40.000 Spielaufträge hätte geben müssen. Allerdings hätten sich durchschnittlich nur 20.000 Spieler für Geo Lotto begeistern können. Das bedeutet, dass die Einnahmen bei rund 100.000 Euro lagen, aber wöchentlich 120.000 Euro ausgezahlt wurden.

Bereits im Januar 2018 erkannte Wacker das Problem und es erfolgten Überlegungen, wie die Geolotterie doch noch rentabel werden könnte. Im Aufsichtsrat wurde versucht, das Produkt mit verschiedenen Anpassungen zu modifizieren, allerdings war eine Rentabilität dennoch nicht absehbar.

Die Geolotterie – ein Konzept mit vielen Fragen

Man fragt sich nun nach den Gründen für das geringe Interesse der Spieler an diesem Produkt. Ein Problem waren auch die zahlreichen offenen Fragen der Spieler.

Beispielsweise wurde oft gefragt, was denn passiere, wenn der Hauptgewinn auf die Adresse eines Hochhauses falle und mehrere Spieler im Haus am Spiel teilnehmen würden. In diesem Fall würde der Hauptgewinner per Zufall ermittelt.

Sollten also mehrere Spieler in einem Hochhaus teilnehmen, so könnte es vorkommen, dass ein Teilnehmer den Hauptpreis erhielte. Der Nachbar hingegen müsste sich mit nur 500 Euro zufriedengeben müsse.

Skepsis wurde auch bezüglich der Angabe der Meldeadresse geäußert. Einige Spieler fürchteten, dass die Meldeadresse vielleicht veröffentlicht werden könnte.