Lotto Baden-Württemberg sagt Glücksspiel­sucht den Kampf an

Veröffentlicht am: 17. August 2020, 01:24 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. August 2020, 01:25 Uhr.

Der staatliche Glücksspielanbieter Lotto Baden-Württemberg (BW) will den Kampf gegen die Glücksspielsucht fördern und dabei vor allem Kindern von Betroffenen helfen. Wie das Unternehmen heute in einer Pressemitteilung bekanntgegeben hat, wolle man hierzu mit der Landesstelle für Suchtfragen zusammenarbeiten.

Lottoschein und Stift
Lotto BW will sich stärker für die Belange suchtgefährdeter Kinder einsetzen. (Bild: pxhere)

Ziel sei es, „Kinder suchtkranker Eltern möglichst früh und regelmäßig mit Präventionsprogrammen zu erreichen.“ Kinder von Suchtkranken hätten ein höheres Risiko, später selbst an einer Sucht zu erkranken. In Baden-Württemberg seien rund 150.000 Kinder unter 15 Jahren gefährdet. Nur ein Drittel der betroffenen Kinder führe im Erwachsenenalter ein Leben ohne Sucht bzw. ohne psychische oder psychosomatische Probleme.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zählten Lottoannahmestellen zu den häufigsten Bezugsorten von Glücksspielprodukten in Deutschland. Der Anteil der darüber gespielten Glücksspiele habe im Jahre 2019 mehr als 23 % betragen.

Lotto Baden-Württemberg will Verantwortung gerecht werden

Laut Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker sei es die Aufgabe von Lotto BW, der spielenden Kundschaft „verantwortungsvolle Produkte“ anzubieten. Mit der Förderung von Präventionsprojekten komme man dieser Verpflichtung nach:

Glücksspiel ist mit besonderen Gefahren verbunden. Deshalb hat uns der Gesetzgeber darüber hinaus verpflichtet, der Suchtbekämpfung und dem Spielerschutz einen hohen Stellenwert einzuräumen. Diese Verpflichtung nehmen wir ernst. Wir unterstützen Präventionsprojekte, oft auch in Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Suchtfragen (…).

Hierdurch zeichne sich der staatliche Betrieb gegenüber „schwarzen Schafen“ auf dem deutschen Glücksspielmarkt aus.

Man wisse um die Gefahren von unkontrolliertem Glücksspiel, so Wacker. Aus diesem Grund habe man zahlreiche Maßnahmen getroffen, um Schaden von den Spielern abzuwenden. Hierzu gehörten unter anderem Testkäufe und Sperren für suchtgefährdete Spieler. Außerdem kooperiere Lotto BW als Mitglied des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Mit der BZgA habe man sich über ein bundesweites Beratungsangebot für Spieler geeinigt und stelle Informationsmaterialien über Glücksspielsucht zur Verfügung. Über eine „Monitoring“-Studie wolle man fortwährend das Spielverhalten in der Bevölkerung analysieren und den Erfolg ergriffener Spielerschutzmaßnahmen auswerten.