Geldwäsche für Drogenkartelle: Mexiko schließt 13 Casinos
Posted on: 18/11/2025, 04:37h.
Last updated on: 18/11/2025, 09:44h.
- In Mexiko werden Casinos der Geldwäsche für Drogenkartelle verdächtigt.
- Die Behörden schlossen aufgrund der Anschuldigungen 13 Spielstätten.
- USA sprechen Sanktionen gegen mexikanische Online-Buchmacher aus.
Seit Jahrzehnten tobt südlich der USA ein tödlicher Drogenkrieg, bei dem es um die profitabelsten Routen und besten Geschäfte mit Suchtmitteln aller Art geht. Die kriminellen Organisationen erwirtschaften mit ihrem schmutzigen Geschäft alljährlich Milliardensummen, die wieder in die legale Wirtschaft fließen. Die Drogenkartelle setzen bei der Geldwäsche auch auf Casinos, von denen die Behörden nun über ein Dutzend deswegen dicht machten.

Im Zuge ihrer Ermittlungen zur Unterbindung der illegalen Geldströme haben die Behörden auch das Glücksspiel im Visier. In den vergangenen Tagen schlossen sie landesweit 13 Casinos, denen Geldwäsche für Drogenkartelle nachgesagt wird.
Die Spielstätten sind ebenso wie Spielhallen oder Wettbüros für die Geldwäscher besonders interessant. Grund dafür sind die hohen Bargeldsummen, die in den Betrieben alltäglich umgesetzt werden.
Von den Schließungen ist auch die Grupo Salinas betroffen. Das Unternehmen, welches unter anderem TV-Stationen, Handelsketten und Banken betreibt, verlor auf diese Weise zwei Spielstätten.
Kritiker monieren, dass es bei aller Berechtigung des Vorgehens auch einen politischen Hintergrund geben könnte. So hat sich Grupo Salinas-Hauptanteilseigner Ricardo Salinas Pliego in der Vergangenheit mehrfach kritisch über die Regierungspolitik von Mexikos Präsidenten Claudia Sheinbaum geäußert. Es könnte sich somit um einen Versuch handeln, einen prominenten Gegner mundtot zu machen, so der Kritik.
Vor der Schließung trugen die Finanzbehörden umfassendes Beweismaterial zusammen. Dabei erhärtete sich laut Regierungssprechern der Verdacht, der die Behörden zum Zuschlagen veranlasste.
Auswirkungen auf weitere Casinos
Die Schließungen haben Folgen für die gesamte Branche. Diese sieht sich angesichts der Ermittlungen einem Generalverdacht in Bezug auf verbotene Geldwäsche ausgesetzt.
Um diesen zu entkräften, dürften viele ihre internen Prozesse zur Verhinderung von Geldwäsche prüfen und gegebenenfalls anpassen. Eine Schließung wäre für viele Betreiber fatal, denn die oft kleinen Spielstätten sind auf die regelmäßigen Erlöse aus dem Casino-Betrieb angewiesen.
Parallel zum Vorgehen Mexikos haben auch die Behörden der USA eine Reihe von Sanktionen gegen den Sektor erlassen. Im Fokus stehen dabei ebenfalls illegale Geldflüsse von Kartellen. Aus diesem Grund setzten die US-Finanzermittler zehn Unternehmen mit Wettbezug auf eine schwarze Liste.
Die jüngst erfolgten Casino-Schließungen müssen nicht der letzte Akt gewesen sein. In der Regierung wird immer wieder über eine Reform der Glücksspielgesetzgebung diskutiert.
Als Folge einer solchen Debatte könnte es zu verschärften Regeln für die Branche kommen. Striktere Vorgaben zur Kontrolle der Geldströme und ihrer Herkunft dürften nach jetzigem Stand definitiv dazu gehören.
No comments yet